13.03.2012

Netzwerk für die Generation „55 plus“ zieht immer weitere Kreise

Die Mitglieder der Spielegruppe treffen sich mittwochs und samstags im Evangelischen Gemeindezentrum Gemünd
Die Mitglieder der Spielegruppe treffen sich mittwochs und samstags im Evangelischen Gemeindezentrum Gemünd

„Netzwerk an Urft und Olef“ hat zum einjährigen Bestehen mehr als 150 Mitglieder -Interessengruppen von Bridge über Radfahren bis Mundharmonika spielen – Neues Programmheft, neue Veranstaltungsorte – Jahresfest am Freitag, 20. April

Mehr als 150 Mitglieder, 19 Interessengruppen, drei Veranstaltungsorte und jede Menge neue Erfahrungen und Freundschaften: Wenn die Begründer des „Netzwerks an Urft und Olef“ zum einjährigen Bestehen eine Zwischenbilanz ziehen, dann ist diese so gut, dass sie selbst ein bisschen staunen. „Wir sind überrascht, wie große Kreise das Projekt zieht“, sagt Malte Duisberg, Geschäftsführer der Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd, die Träger der Initiative ist. „Da sieht man, wie groß der Bedarf nach einem solchen Angebot in der Zielgruppe war.“

Neu sind "Patchwork", Tanzen und Singen

Die „Zielgruppe“, das sind Menschen im Alter von 55 plus, während und nach der Berufs- und Familienphase, die in der Region Kall, Gemünd, Schleiden und Hellenthal leben. Ihnen bietet das Netzwerk die Gelegenheit Gleichgesinnte zu treffen und sich zu gemeinsamen Unternehmungen zu verabreden, an Interessengruppen und Ausflügen teilzunehmen, ihre Kenntnisse und Lebenserfahrung weiterzugeben und ihr Leben kreativ zu gestalten. Schon seit Beginn gibt es zum Beispiel das Film- und Kulturforum, die PC- und Internet-Gruppe, den Gesprächs- und Literaturkreis, Gruppen die gemeinsam Radfahren, Kochen und Gesellschaftsspiele spielen. Neu sind nun unter anderem eine Gruppe für die Textilgestaltung in „Patchwork“, fürs Tanzen und fürs Singen.

Renate Weidner vom Diakonischen Werk im Kirchenkreis Aachen, Malte Duisberg von der Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd und Projektkoordinatorin Corinne Rasky am Zusammenfluss von Urft und Olef in Gemünd
Renate Weidner vom Diakonischen Werk im Kirchenkreis Aachen, Malte Duisberg von der Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd und Projektkoordinatorin Corinne Rasky (v.l.) am Zusammenfluss von Urft und Olef in Gemünd

Gemeinschaft steht bei den Netzwerkern im Vordergrund

Was zunächst dem Programm einer Volkshochschule nicht ganz unähnlich klingt, unterscheide sich davon aber grundlegend, erklärt Projektkoordinatorin Corinne Rasky. „Erstens haben wir keine externen Gruppenleiter oder Referenten, sondern alle Gruppen bestehen aus Menschen aus unserer Region, die ihr eigenes Wissen teilen und sich eigenverantwortlich treffen und organisieren“, sagt sie. „Und zweitens steht es bei uns im Vordergrund Kontakte zu knüpfen und Freundschaften entstehen zu lassen, nicht die bloße Teilnahme an einem Kurs, nach dem jeder wieder allein nach Haus geht.“ So besuchten sich die Mitglieder der PC-Gruppe zum Beispiel gegenseitig, wenn einer ein Computerproblem hat. Andere feiern gemeinsam Silvester, und es gebe inzwischen sogar Mitglieder, die sich im Netzwerk kennengelernt haben und nun planen nebeneinander zu bauen.

Auf einer Pinnwand im Gemeindezentrum werden Termine ausgehängt und Ideen für neue Aktivitäten gesammelt
Auf einer Pinnwand im Gemeindezentrum werden Termine ausgehängt und Ideen für neue Aktivitäten gesammelt

Gegen Anonymität und Einsamkeit im Alter

„Man kennt sich, hilft einander, passt auf einander auf“, beschreibt Renate Weidner vom Diakonischen Werk im Kirchenkreis Aachen die Beziehungen im Netzwerk. So wirke das Projekt auch der Vereinsamung im Alter entgegen und hole Menschen aus der Anonymität. „Die Teilnehmer sind in ein soziales Umfeld eingebunden, wenn sie älter werden“, sagt Weidner. „So können sie sich für andere engagieren, aber auch selbst Unterstützung erfahren, wenn sie benötigt wird.“ Unter den Netzwerkern gibt es deshalb zum Beispiel eine Liste zum „Tiere und Pflanzen hüten“, etwa während eines Krankenhausaufenthalts, und eine Reihe von Ehrenamtlichen, die beim Frühjahrsputz, beim Gardinen aufhängen oder beim Einkaufen helfen.

Teilnahme an Gruppen kostenlos

Die Teilnahme an den Interessengruppen kostet im Netzwerk grundsätzlich nichts, abgesehen von den Kosten, die durch die Aktivität entstehen, wie der Einkauf der Lebensmittel für die Kochgruppe. Die Diplom-Sozialpädagogin Corinne Rasky ist zwar organisatorischer „Ankerpunkt“ des Netzwerks, kümmert sich aber nicht um das eigentliche Programm der Gruppen, sondern übernimmt nur deren Koordination, zum Beispiel die Raumplanung. Veranstaltungsorte sind inzwischen neben dem Evangelischen Gemeindezentrum in der Dreiborner Straße in Gemünd auch die Gemeindehäuser in Kall und in Hellenthal. Im Netzwerkbüro in Gemünd ist Rasky mittwochs von 10 bis 12 Uhr anzutreffen. Dort ist auch das neu erschienene Programmheft erhältlich, oder unter der Telefonnummer 0160 / 90 95 27 18.

Jahresfest im Gemeindezentrum Kall

Zum einjährigen Bestehen bereiten die Netzwerk-Mitglieder zurzeit ein Jahresfest vor, das am Freitag, 20. April, ab 17 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum Kall, Aachenerstraße 49, stattfinden wird. Neben dem Jahresrückblick, der Vorstellung der aktiven Netzwerkgruppen und dem geselligen Beisammensein sollen dort auch neue Ideen für weitere Gruppen und Aktivitäten Raum haben. „Ob Tennis, Doppelkopf oder Bierbrauen – bei uns sind der Phantasie und dem Unternehmungsdrang keine Grenzen gesetzt“, sagt Rasky.

 

Neues Programmheft 2012 (Internetversion)

Flyer des Netzwerks an Urft und Olef

Link zur Internetseite mit Programmübersicht für den aktuellen Monat

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Losung für den 5.12.2016:
Freut euch und seid fröhlich im HERRN, eurem Gott.
Joel 2,23
Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk und hat uns aufgerichtet eine Macht des Heils im Hause seines Dieners David.
Lukas 1,68-69