02.07.2012

Kirchen-Entwurf des Büros Weinmiller Architekten überzeugt die Jury

Der Jury-Vorsitzende Prof. Rolf-Egon Westerheide, Architekt/Stadtplaner, die Preisträgerin Prof. Gesine Weinmiller, Architektin, Pfarrer Mario Meyer, der Vorsitzende des Gesamtpresbyteriums der Ev. Kgm. Aachen, und  Harald K. Lange, Architekt und Baukirch
Der Jury-Vorsitzende Prof. Rolf-Egon Westerheide, Architekt/Stadtplaner, die Preisträgerin Prof. Gesine Weinmiller, Architektin, Pfarrer Mario Meyer, der Vorsitzende des Gesamtpresbyteriums der Ev. Kgm. Aachen, und Harald K. Lange, Architekt und Baukirchmeister der Ev. Kgm. Aachen bei der Vorstellung des prämierten Entwurfs.

Berliner Architekten entwerfen „hervorragend proportioniertes Baukörperensemble mit einprägsamer Zeichenhaftigkeit und vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten durch die Gemeinde“

Das Architekturbüro Weinmiller Architekten BDA aus Berlin hat den von der Evangelischen Kirchengemeinde Aachen ausgelobten Realisierungswettbewerb zum Neubau einer Kirche an der Vaalser Straße im Aachener Westen gewonnen. Elf Büros hatten sich an der Ausschreibung beteiligt und Entwürfe eingereicht. Das Preisgericht traf die Entscheidung einstimmig.

Außenansicht des prämierten Entwurfs
Außenansicht des prämierten Entwurfs (Simulation)

Nach intensiven und detaillierten Diskussionen hat sich die Jury von der hohen architektonischen und städtebaulichen Qualität des Entwurfs überzeugt. Die klare und gleichzeitig flexible Organisation der Räume und ihre Verbindung zu den unterschiedlichen Außenraumsituationen geben der Gemeinde vielfältige Möglichkeiten der Entfaltung. Das Planungskonzept bietet mit seiner klaren Architektursprache einerseits eine eindeutige Haltung, andererseits aber auch Freiräume zur Aneignung des Hauses durch die unterschiedlichen Nutzergruppen, zum Beispiel der Bereich für die Jugend. Die Jury unter Vorsitz des Architekten und Stadtplaners Prof. Rolf-Egon Westerheide nennt deshalb den Weinmiller-Entwurf ein „hervorragend proportioniertes Baukörperensemble mit einprägsamer Zeichenhaftigkeit und vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten durch die Gemeinde; sowohl was die inneren Funktionen, als auch die Verbindung von Innenraum und Außenraum angeht.“ Es handele sich um ein „stabiles, tragfähiges Konzept von außerordentlich hoher Qualität“.

Innenansicht des Sakralraums (Simulation)
Innenansicht des Sakralraums (Simulation)

Baubeginn wird für das Frühjahr 2014 angestrebt

Das prämierte Konzept wurde heute in einer Pressekonferenz in der Aachener Dreifaltigkeitskirche vorgestellt. Der Jury gehörte neben Vertreterinnen und Vertretern der Bauherrin, freischaffenden Architekten und Experten der Evangelischen Kirche im Rheinland auch die technische Beigeordnete der Stadt Aachen, Gisela Nacken, an.

Die neue evangelische Kirche mit Gemeindehaus und zugehörigen Pfarr- und Küsterwohnungen soll an der Vaalser Straße entstehen, auf einem Teil des noch unbebauten Geländes gegenüber der Einmündung des Pariser Rings. Der neue Gebäudekomplex soll das Dietrich-Bonhoeffer-Haus am Kronenberg und die Arche an der Schurzelter Straße ersetzen. Diese beiden Gebäude will die Kirchengemeinde verkaufen. Der nun prämierte Entwurf wird die Grundlage für die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans sein, der dann die Realisierung ermöglichen soll. Im Frühjahr 2014 soll mit dem Bau begonnen werden. Die Größe der Bruttogrundfläche beträgt rund 2.000 Quadratmeter. Für das Projekt werden rund 2,5 Millionen Euro reine Baukosten (Kostengruppe 300/400) veranschlagt.

Einen ganzen Tag lang beriet die Jury über die elf sehr unterschiedlichen Entwürfe, die im Wettbewerb eingereicht worden waren.
Einen ganzen Tag lang beriet die Jury über die elf sehr unterschiedlichen Entwürfe, die im Wettbewerb eingereicht worden waren.

Offene Türen, nicht nur für aktive evangelische Christen

Mit dem neuen Haus soll die vielfältige Arbeit der evangelischen Kirche im Aachener Westen optimale Rahmenbedingungen erhalten. Kirche und Gemeindezentrum bieten Raum für alle Generationen und wollen mit offenen Türen nicht nur die aktiven evangelischen Christen des Stadtviertels ansprechen. Neben der funktionalen Verbesserung der Gemeindearbeit bietet der Neubau außerdem einige wirtschaftliche Vorteile. „Am Dietrich-Bonhoeffer-Haus wären in näherer Zukunft erhebliche Sanierungsmaßnahmen fällig, die sich durch den Neubau erübrigen werden“, sagte Pfarrer Mario Meyer, der Vorsitzende des Gesamtpresbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde Aachen. „Darüber hinaus wird die Konzentration der Arbeit an einem Haus, das zudem unter den neuen, wesentlich strengeren energetischen Vorgaben gebaut wird, positive Auswirkungen auf Unterhaltungs- und Betriebskosten haben.“

Harald K. Lange, Baukirchmeister der Ev. Kirchengemeinde Aachen, bei der Jurysitzung vor einem der Entwürfe.
Harald K. Lange, Baukirchmeister der Ev. Kirchengemeinde Aachen, bei der Jurysitzung vor einem der Entwürfe.

Neuer Name für die Kirche wird noch gesucht

Durch das nun vorliegende Konzept erhält die räumliche Situation an der Vaalser Straße einen klar definierten städtebaulichen Auftakt für das westliche Stadtquartier. Ein besonderes Augenmerk wird die Planung auf die Gestaltung der Freianlagen und ihre Übergänge in die Landschaftsbestandteile um den Dorbach haben. In dem nun beginnenden Verfahren zur Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans ist es das Ziel der Bauherrin, in enger Abstimmung mit der Stadt Aachen, das neue Haus mit möglichst geringfügigen Eingriffen in die Flächen jenseits der Schutzzone um den Bach zu integrieren.

Die neue Gemeinde mit rund 4.800 Gläubigen aus zwei Pfarrbezirken freut sich auf eine lebendige Planungsphase und einen möglichst raschen Baubeginn. Erste Aufgabe wird jetzt die Findung eines neuen Namens für die Kirche sein.

Öffnungszeiten der Ausstellung

Alle elf Wettbewerbsarbeiten sind ab sofort öffentlich ausgestellt in der Dreifaltigkeitskirche, Ecke Zollernstraße/Herzogstraße, in Aachen.

Die Ausstellung ist geöffnet: von Montag, 2. Juli, bis Mittwoch, 11. Juli, täglich von 14 bis 18 Uhr, mit Ausnahme des Samstags, 7. Juli, an diesem Tag von 10 bis 16 Uhr, und des Sonntag, 8. Juli, an diesem Tag geschlossen. (Die Besichtigung ist kostenlos.)

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Losung für den 5.12.2016:
Freut euch und seid fröhlich im HERRN, eurem Gott.
Joel 2,23
Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk und hat uns aufgerichtet eine Macht des Heils im Hause seines Dieners David.
Lukas 1,68-69