Studenten sind anders als andere Kirchenmitglieder. Meist wohnen sie in ihrer “Gemeinde” nur mit dem 2. Wohnsitz. Sie zahlen keine Kirchensteuern. Oftmals bleiben sie nur zwei bis drei Jahre an einem Ort. Sie befinden sich in einer Lebensphase der Umgestaltung. All das prägt die ESG. Selbst der Gemeinderat, das studentische Leitungsgremium, erneuert sich ständig und ist oft nach drei Jahren schon völlig ausgetauscht: Alle haben Examen und sind weg! In die ESG bringt jeder mit, was ihn oder sie bewegt: Lust am Theaterspielen, Freude am orientalischen Tanz und afrikanischer Kultur, Geldsorgen, Sehnsucht nach Spiritualität, Stipendienwünsche, aktuelle Lebensfragen, Studienschwierigkeiten, die unglückliche oder glückliche Liebe, Suche nach Freunden, der Wunsch, ein bisschen mehr Person und weniger Funktion sein zu wollen.
Gemeinsames gibt es weniger als Unterschiede bei den Menschen, die zur ESG kommen. So ist sie immer Werkstatt, manchmal auch Baustelle. An der einen Stelle wird abgebrochen, an der anderen aufgebaut. Darin, dazwischen finden sich Menschen, die was miteinander anfangen, die erleben: Solidarität, Austausch, Menschsein dürfen, Lust, gemeinsam ein Projekt in Angriff zu nehmen, Lebensfragen zu lösen, Glauben gemeinsam zu buchstabieren, ohne die Fragezeichen auszulassen, eben: Gemeinde!