Indonesischer Besuch im Kirchenkreis 2010

Erneut Delegation aus dem Kirchenkreis Humbang-Habinsaran zu Gast im Kirchenkreis Aachen

Die Delegation aus Indonesien und ihre Gastgeber aus dem Kirchenkreis Aachen.  Foto:privat
Die Delegation aus Indonesien und ihre Gastgeber aus dem Kirchenkreis Aachen. Foto:privat

Erneut hatte der Kirchenkreis Aachen Gäste aus dem Partnerkirchenkreis Humbang-Habinsaran zu Gast.  Mitglieder der Delegation waren Superintendentin Debora Sinaga, Pfarrer Kacon Nababan, Dr. Martha Lumbantoruan und Netty Lubis aus der Christlich-Protestantischen Toba-Batakkirche (HKBP).  Die Partner stellten die Arbeit in ihrem Kirchenkreis in verschiedenen Gemeinden des Kirchenkreises im Rahmen von Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen vor, so etwa in Alsdorf, Herzogenrath-Merkstein,  Baesweiler, Monschau, Roetgen und Aachen. Zugleich informierten sich die Gäste ihrerseits bei verschiedenen Projekten im Kirchenkreis.  Die Gruppe besuchte mehrere Einrichtungen der Altenarbeit, das Trauercafe von Pastorin Bettina Donath-Kreß, das Frauenhaus in Alsdorf oder das Projekt Gut Hebscheid. In der Eifel informierte man sich über ein AIDS-Projekt, das Schwester Margret in Uganda betreut.

Besonders beindruckt zeigte sich Superintendentin Debora Sinaga von der diakonischen Arbeit.  „Das ist Arbeit nahe am Menschen“, so die Superintendentin, die in ihrer Kirche auch eine Ausnahme ist. Die Theologin wurde jüngst in das Amt gewählt, als einzige Frau bei 25 Superintendenturen, was ihr auch im Heimatland eine gewisse Medienaufmerksamkeit sichert. Sinaga berichtete, dass auch in Indonesien zunehmend ein gesellschaftlicher Wandel im Gang sei. So sei zu beobachten, dass alte Menschen nicht mehr automatisch von der Familie versorgt würden. Dadurch gebe; auch in ihrer Heimat  den Bedarf nach Seniorenheimen. „Bei uns befindet sich eine derartige Arbeit gerade im Aufbau.“ Die Leiterin des Partnerschaftsarbeitskreises, die Aachener Unternehmerin Imke Buchholz, zeigte sich erfreut, dass es gelungen sei, sich mit den indonesischen Partnern auf eine Methodik zur Projektentwicklung zu verständigen. Konkret stehen auf dem Arbeitsplan etwa ein Bibliotheksprojekt, AIDS-Aufklärung, die Verbesserung der Trinkwasserversorgung, ein Projekt zur Gefangenen-Betreuung sowie die Ausbildung von Kindergottesdienst-Helfern. In Vorbereitung ist auch ein Mikrokreditprogramm. Ebenso bleibt weiter das Ziel einer Dreierpartnerschaft mit einem afrikanischen Partner im Blick. Einfacher als früher war beim jüngsten Besuch die Kommunikation, weil zwei der Delegationsmitglieder sehr gut Englisch sprachen.  Daneben besuchten die Gäste auch die Vereinigte Evangelische Mission in Wuppertal, wo ausführliche Konsultationen mit anderen Partnerkirchenkreisen der Evangelischen Kirche im Rheinland  stattfanden.  Auch mit dem Kreissynodalvorstand,  der Leitung des Kirchenkreises Aachen, wurde ein intensiver Dialog geführt. 

Ein großes Thema bildete auch der Dialog der Religionen. Interessiert ließen sich die Gäste die guten ökumenischen Kontakte zur katholischen Kirche schildern. Ein kontroverses Echo fanden  die Kontakte zum Islam, wie sie den Gästen zum Beispiel beim Besuch der „Werkstatt der Kulturen“ begegneten.  Man zeigte sich überrascht vom Zusammenleben der Religionen.  Auf Unverständnis stieß beispielsweise in Alsdorf die große Zahl türkischer Kinder im evangelischen Kindergarten. Deutlich geäußert wurde die Befürchtung der Gäste: Deutschland könnte langfristig von Islam überfremdet werden - eine Einschätzung, der die Gastgeber vehement widersprachen, für die aber auch Verständnis gezeigt wurde.  Gesehen werden müsse dies vor dem Hintergrund der gewalttätigen Konflikte mit radikalen Moslemanhängern in Indonesien, erläuterte dazu Pfarrer i. R. Dietrich Tappenbeck, der selber lange in Indonesien gelebt hat.  „Bei uns werden immer wieder Kirchen von Moslems angezündet“, berichtete  denn auch Superintendentin Sinaga in Aachen über die anhaltenden Konflikte.   Schwierig für die Gäste war auch das Verständnis der jüngsten deutschen Vergangenheit.  Deutlich wurde dies beim Besuch in der ehemaligen Ordensburg Vogelsang. Insgesamt bleib freilich ein positives Fazit auf beiden Seiten. „Die Beziehungen wurden gestärkt.“ Neben dem Besuch bleib auch Zeit für Freizeit-Ausflüge.  Auf dem Programm standen hier unter anderem eine Windradbesteigung, ein Ausflug in die Eifel und zum Drachenfels.  Der mehrwöchige Aufenthalt fand ein Ende mit  Fest  in der Arche in Aachen.

Wer die Partnerschaft fördern will:

Spendenkonto: Kto. 216 bei der Sparkasse Aachen, BLZ 390 500 00)

Stichwort: Indonesienpartnerschaft 


login impressum Letzte Änderung am: 14.07.2010 12:41     Verantwortlich: schlegel-krakau drucken