Erneut hatte der Kirchenkreis Aachen Gäste
aus dem Partnerkirchenkreis Humbang-Habinsaran zu Gast. Mitglieder der Delegation waren
Superintendentin Debora Sinaga, Pfarrer Kacon Nababan, Dr. Martha Lumbantoruan und Netty Lubis aus der
Christlich-Protestantischen Toba-Batakkirche (HKBP). Die Partner stellten die Arbeit in ihrem Kirchenkreis
in verschiedenen Gemeinden des Kirchenkreises im Rahmen von Gottesdiensten und
Gemeindeveranstaltungen vor, so etwa in Alsdorf, Herzogenrath-Merkstein, Baesweiler, Monschau, Roetgen und
Aachen.
Zugleich informierten sich die Gäste
ihrerseits bei verschiedenen Projekten im Kirchenkreis. Die Gruppe besuchte mehrere Einrichtungen der
Altenarbeit, das Trauercafe von Pastorin Bettina Donath-Kreß, das Frauenhaus in Alsdorf oder das
Projekt Gut Hebscheid. In der Eifel informierte man sich über ein AIDS-Projekt,
das Schwester Margret in Uganda betreut.
Besonders beindruckt zeigte sich
Superintendentin Debora Sinaga von der diakonischen Arbeit. „Das ist Arbeit nahe am Menschen“, so die
Superintendentin, die in ihrer Kirche auch eine Ausnahme ist. Die Theologin
wurde jüngst in das Amt gewählt, als einzige Frau bei 25 Superintendenturen,
was ihr auch im Heimatland eine gewisse Medienaufmerksamkeit sichert.
Sinaga berichtete, dass auch in Indonesien zunehmend ein gesellschaftlicher Wandel im Gang sei. So sei zu beobachten, dass
alte Menschen nicht mehr automatisch von der Familie versorgt würden. Dadurch gebe; auch in ihrer Heimat den Bedarf nach Seniorenheimen. „Bei uns
befindet sich eine derartige Arbeit gerade im Aufbau.“
Die Leiterin des Partnerschaftsarbeitskreises,
die Aachener Unternehmerin Imke Buchholz, zeigte sich erfreut, dass es gelungen
sei, sich mit den indonesischen Partnern auf eine Methodik zur
Projektentwicklung zu verständigen. Konkret stehen auf dem Arbeitsplan etwa ein
Bibliotheksprojekt, AIDS-Aufklärung, die Verbesserung der
Trinkwasserversorgung, ein Projekt zur Gefangenen-Betreuung sowie die
Ausbildung von Kindergottesdienst-Helfern. In Vorbereitung ist auch ein
Mikrokreditprogramm.
Ebenso bleibt weiter das Ziel einer Dreierpartnerschaft mit einem afrikanischen Partner im Blick. Einfacher als
früher war beim jüngsten Besuch die Kommunikation, weil zwei der Delegationsmitglieder
sehr gut Englisch sprachen. Daneben
besuchten die Gäste auch die Vereinigte Evangelische Mission in Wuppertal, wo
ausführliche Konsultationen mit anderen Partnerkirchenkreisen der Evangelischen
Kirche im Rheinland stattfanden. Auch mit dem Kreissynodalvorstand, der Leitung des Kirchenkreises Aachen, wurde
ein intensiver Dialog geführt.
Ein großes Thema bildete auch der Dialog der
Religionen. Interessiert ließen sich die Gäste die guten ökumenischen Kontakte
zur katholischen Kirche schildern. Ein kontroverses Echo fanden die Kontakte zum Islam, wie sie den Gästen zum
Beispiel beim Besuch der „Werkstatt der Kulturen“ begegneten. Man zeigte sich überrascht vom Zusammenleben der
Religionen. Auf Unverständnis stieß
beispielsweise in Alsdorf die große Zahl türkischer Kinder im evangelischen
Kindergarten. Deutlich geäußert wurde die Befürchtung der Gäste: Deutschland könnte
langfristig von Islam überfremdet werden - eine Einschätzung, der die Gastgeber
vehement widersprachen, für die aber auch Verständnis gezeigt wurde. Gesehen werden müsse dies vor dem Hintergrund der
gewalttätigen Konflikte mit radikalen Moslemanhängern in Indonesien, erläuterte
dazu Pfarrer i. R. Dietrich Tappenbeck, der selber lange in Indonesien gelebt
hat. „Bei uns werden immer wieder
Kirchen von Moslems angezündet“, berichtete
denn auch Superintendentin Sinaga in Aachen über die anhaltenden
Konflikte. Schwierig für die Gäste war auch das
Verständnis der jüngsten deutschen Vergangenheit. Deutlich wurde dies beim Besuch in der
ehemaligen Ordensburg Vogelsang. Insgesamt bleib freilich ein positives Fazit
auf beiden Seiten. „Die Beziehungen wurden gestärkt.“
Neben dem Besuch bleib auch Zeit für
Freizeit-Ausflüge. Auf dem Programm
standen hier unter anderem eine Windradbesteigung, ein Ausflug in die Eifel und
zum Drachenfels. Der mehrwöchige
Aufenthalt fand ein Ende mit Fest in der Arche in Aachen.
Wer die
Partnerschaft fördern will:
Spendenkonto:
Kto. 216 bei der Sparkasse Aachen, BLZ 390 500 00)
Stichwort: Indonesienpartnerschaft