Die 35jährige Silke Halfmann ist bereits im Februar 2009 mit ihrem Mann von Köln nach Aachen gezogen, um an der Auferstehungskirche den Assessor des Kirchenkreises, Pfarrer Martin Obrikat, zu entlasten. Den Bezirk in Haaren lernte sie kennen, als sie während der Vakanzzeit einige Vertretungsdienste übernahm.
„Die Leute hier im Bezirk sind mir sofort ans Herz gewachsen, sodass ich mich schließlich auf die Stelle beworben habe. Der persönliche Kontakt zu den Menschen ist mir in meiner Arbeit sehr wichtig. Und dass die Gemeinde jemanden suchte, der einen Schwerpunkt auf Gottesdienst und auch Jugendarbeit setzen möchte, hat mich erst recht überzeugt.“
Silke Halfmann stammt vom Niederrhein. Aufgewachsen ist die 35jährige in der Nähe von Goch. Studiert hat sie in Wuppertal, Berlin, Bonn, Bochum und Amsterdam. „Ich spreche Niederländisch, was hier in der Region vielleicht
von Nutzen sein kann.“ Bevor sie nach Aachen kam, vertrat sie kurzfristig für ein halbes Jahr eine Kollegin an einem Gymnasium in Nümbrecht im Oberbergischen.
Den Großteil ihrer Zeit als Pfarrerin zur Anstellung (z. A.) verbrachte sie jedoch in der evangelischen Kirchengemeinde Köln-Kalk-Humboldt. Dort war sie drei Jahre lang zur Entlastung eines chronisch erkrankten Kollegen in einer Einzelpfarrstelle im sozialen Brennpunkt tätig. Zwischen dem Vikariat in der Großgemeinde Köln-Porz und der „z.A.-Zeit“ erlebte sie ein Jahr im Ökumene-Vikariat in der Evangelischen Kirchengemeinde deutscher Sprache in der Türkei in Istanbul. „Das Jahr in Istanbul hat mich sehr geprägt: Meine Erlebnisse in der Flüchtlingsarbeit vor Ort, das Kennenlernen anderer christlicher Traditionen wie der armenischen oder der griechisch-orthodoxen und das Alltagsleben in einem muslimisch geprägten Land haben mir viele Impulse und neue Erfahrungen vermittelt“, zieht die junge Theologin als Bilanz ihres Auslandseinsatzes. Am meisten habe sie beeindruckt, wie unkompliziert es oft war, mit Menschen anderer Konfessionen und auch Religionen zusammen zu arbeiten. Auf so einer Basis könne man dann auch ganz anders über Verschiedenheiten reden. „Diese Haltung hat mich eigentlich überhaupt in der Kirche gehalten, nachdem ich mich als Jugendliche zunächst sehr entfernt hatte: Ich habe dort immer Menschen getroffen, die ausstrahlten, dass sie jeden gleich behandeln und respektieren.“
„Menschen sind mir ans Herz gewachsen“ In der Freizeit singt Silke Halfmann gerne im Chor, liest, fährt Rad, verreist gerne, geht ins Kino oder kocht zusammen mit Freunden. „Auf die Arbeit in der neuen Stelle freue ich mich sehr – auch auf die Zusammenarbeit im Bereich Nord und in der Gesamtgemeinde. Aus meinem Vikariat habe ich ein positives Bild davon, wie fruchtbar ein Austausch mit einem größerer Kreis von Kolleginnen und Kollegen sein kann.“