05.12.2012

Einzige evangelische Weihnachtskrippe auf dem Aachener Krippenweg jetzt wieder zu sehen

Rupfenpuppen-Krippe erzählt in fünf Bildern die Weihnachtsgeschichte - Seit 1999 in der Christuskirche in Aachen-Haaren - Krippenführungen und Faltplan mit allen 36 Stationen

Nur eine einzige evangelische Weihnachtskrippe befindet sich unter den 36 Stationen des 13. Aachener Krippenweges. Die acht Quadratmeter große Krippenlandschaft mit etwa 60 Zentimeter hohen Rupfenpuppen steht in der Christuskirche in Aachen-Haaren und erzählt die Advents- und Weihnachtsbotschaft.

Gemeinsam mit Lilo Holling, in der Gemeinde zuständig für den Bastel-, Handarbeits- und Seniorenkreis, waren Christine und Manfred Geißler, Octavia Tritthart, Hildegard Wehren, Winfried Lumpe und Christa von Forsch am Aufbau der Rupfenpuppen-Krippe beteiligt. Aus Stoffresten, alten Autofellen und vielem mehr war der Stall der Heiligen Familie im Oktober 1999 entstanden. Nach und nach hatten viele Gemeindemitglieder Materialien beigesteuert. Fünf Jahre lang hat das Team noch an der Krippe gewerkelt, bis alles perfekt war.

Wasser nach dem Vorbild der Welschen Mühle

„Vor 20 Jahren habe ich gemeinsam mit einer Gruppe von Konfirmanden das Wasserrad mit fließendem Wasser nach dem Vorbild der Welschen Mühle gebastelt“, erinnert sich Manfred Geißler vom Krippenteam der Kirche. Heute ziert das schmucke Wasserrad den rechten Rand der Krippe und sorgt im Gottesdienst für meditative Stimmung, wenn allein das Rauschen des Wassers zu hören ist. Von Woche zu Woche wechselt das Bild, welches die Krippe zeigt. Das erste der fünf Bilder zeigt den Propheten, der von der Geburt des Kindes spricht. Liebe zum Detail war allen wichtig und so hält die Prophetenpuppe auch eine liebevoll gestaltete Martin-Luther-Bibel in der Hand. Das zweite Bild zeigt die Verkündigung Marias durch den Engel. Das dritte Bild stellt Josef und Maria auf Wanderschaft nach Betlehem dar. Das vierte Bild zeigt die Heilige Familie und das fünfte Bild die Anbetung durch die Heiligen Drei Könige.

Keine katholische Tradition

Von Anfang an war die Christuskirche auch eine Station auf dem Aachener Krippenweg. „Die Krippe ist ja keine katholische Tradition Es gehört dazu, die Geschichte von Weihnachten auf diese Weise zu erzählen“, betont Pfarrerin Silke Halfmann. Die Rupfenpuppen-Krippe habe einen für Haaren passenden, dörflichen Charakter. „Bereits im Frühchristentum gab es erste Darstellungen der Weihnachtsgeschichte. In der Körperhaltung der Figuren, den vielen Details und Materialien liegt der besondere Reiz unserer Krippe“, sagt Halfmann. Sie werde immer noch von einigen Gemeindemitgliedern gefertigt, ergänzt und betreut.

Große Krippenvielfalt und Führungsprogramm

Die einzige evangelische Weihnachtskrippe in der Christuskirche in Aachen-Haaren ist ein besonderer Teil des Aachener Krippenweges. Seit nunmehr 13 Jahren lädt der Krippenweg in und um Aachen dazu ein, inmitten von Hektik und Trubel den wahren Kern der Adventszeit zu reflektieren. 35 Stationen hat der Weg unter dem Titel „Folget dem Stern!“. Alle sogenannten „Heiligen Ställe“ sind mindestens bis 6. Januar zu besichtigen sowie öffentlich und kostenfrei zugänglich. Bei einer Feierstunde in der Elisengalerie wurde der Krippenweg von Bürgermeisterin Dr. Margrethe Schmeer, Organisatorin Caroline Maria Weber vom Kölner Veranstalter Rheinstil Kulturmanagement, sowie Vertretern des NRW-Krippenverbandes offiziell eröffnet.

„In Geschäften, Institutionen und Kirchen sind traditionelle Krippen aus verschiedenen historischen Epochen und aller Herren Ländern zu sehen und laden zu weihnachtlichen Entdeckungsreisen hier  mitten im Herzen der Geschäftswelt aber auch in den Außenbezirken ein“, freute sich Schmeer und dankte gleichzeitig allen Helfern bei Aufstellung, Umbau und Pflege der Krippen. Egal, ob so groß wie bei der Krippenlandschaft in der Elisengalerie, oder ganz klein als Miniatur, Krippen aus allen Kulturkreisen würden die Weihnachtsgeschichte überall verbreiten und damit den Glauben an die Menschwerdung Gottes. „Diese Botschaft verbindet Christen in aller Welt und bewegt Künstler in ihrem Schaffen“, betonte Schmeer. Familienzusammenhalt sei heute so wichtig wie damals in Betlehem und nötig um unsere Gesellschaft zu stärken. „Wir brauchen besinnliche Momente bei all unserer Geschäftigkeit“, sagte Schmeer.

Evangelische Krippe bis 17. Januar zu besichtigen

Die Krippe in der evangelischen Christuskirche, Am Rosengarten 8, Aachen-Haaren, ist bis 17. Januar vor und nach den Gottesdiensten sowie nach telefonischer Rücksprache mit Lilo Holling unter 0241/161341 zu besichtigen.

Für Interessierte werden auch in diesem Jahr wieder fachkundige Krippenführungen angeboten. Auf den rund zweistündigen Krippenentdeckungstouren wird alles Wissenswerte rund um die Themen Historie, Bräuche und Tradition der Krippe vermittelt. Die Teilnahme an den Führungen kostet 7 Euro für Erwachsene und 3 Euro für Kinder (3-14 Jahre). Anmeldung unter www.aachener-krippenweg.de oder Telefon  0221/ 677 87 27 0.

Nach dem Erfolg des letzten Jahres wird auch diesmal wieder eine Krippenfahrt mit dem Bus zu ausgewählten Kirchenkrippen in der Eifel und im Aachener Umland am Mittwoch, 2. Januar 2013, angeboten. Information unter Telefon 0221/ 677 87 27 0.

Zum Krippenweg ist ein handlicher Faltplan erschienen, der kostenlos an vielen Stationen erhältlich ist. Informationen ebenfalls unter www.aachener-krippenweg.de.

(Text und Fotos: Nina Krüsmann) 

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Kolosser 3,16