10.06.2013

„Die Geschichte des Bergbaus verbindet uns“

Nordkreisgemeinden veranstalten gemeinsamen Gottesdienst im Grube-Adolf-Park in Merkstein – Etwa 150 Besucher feiern das Abendmahl am Fördermaschinenhaus

Einen gemeinsamen Gottesdienst haben die sieben Gemeinden der Nordregion im Evangelischen Kirchenkreis Aachen am Sonntag im Grube-Adolf-Park in Merkstein gefeiert. Fast 150 Teilnehmende waren aus Merkstein und Herzogenrath, Baesweiler, Setterich-Siersdorf, Würselen, Hoengen-Broichweiden und Alsdorf auf dem ehemaligen Zechengelände zusammengekommen. „Wir haben uns für diesen Ort entschieden, weil die Geschichte des Steinkohlebergbaus unsere Gemeinden verbindet“, sagte Pfarrerin Renate Fischer-Bausch aus Merkstein in ihrer Begrüßung. „Wir wollen uns heute bewusst werden, wie wir wurden, was wir sind, unsere Charakteristika und Besonderheiten wahrnehmen und auf den gemeinsamen Weg schauen, der vor uns liegt.“ 

"Man hat das Gefühl, Zukunft zu haben"

Eine Karte der Nordregion zeigte im Gottesdienst die Umrisse aller Gemeinden und die Jahreszahlen der Gemeindegründungen. Beim geschichtlichen Überblick wurde deutlich, dass die Baujahre der Kirchen in den Nordkreisgemeinden den Jahren des Zustroms evangelischer Arbeitskräfte in den Bergbau entsprachen, teils schon im 19. Jahrhundert, insbesondere aber nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Lebensgefühl der damaligen Zeit veranschaulichte ein fiktiver Brief eines zugewanderten Kumpels an seine Verlobte, den Dr. Stephan Saffer in Auszügen vortrug. „Man hat das Gefühl Zukunft zu haben“, hieß es darin.

Fördermaschinenhaus, Spielplätze und Wanderwege auf der Halde laden zur Erkundung des Landschaftsparks ein

An der Gestaltung des Gottesdienstes mit Abendmahl wirkten viele Pfarrer und Pfarrerinnen der Nordkreisgemeinden zusammen mit, darunter neben Pfarrerin Fischer-Bausch auch Pfarrer Ulrich Eichenberg und Pfarrerin Elisabeth Peltner aus Alsdorf sowie Pfarrer Harry Haller aus Würselen. Für die musikalische Begleitung sorgten der Posaunenchor der evangelischen Gemeinde Hoengen-Broichweiden und der Merksteiner Organist Heinz Dickmeis. Im Anschluss luden alle noch zu Kaffee und Kuchen und zur Besichtigung des Bergbaudenkmals ein. In den besten Zeiten des Bergbaus waren auf diesem Gelände bis zu 2700 Bergleute beschäftigt. Heute wartet der Park mit dem Fördermaschinenhaus als Besucherzentrum auf, in dem sich viel über die Geschichte des Bergbaus in der Region lernen lässt, sowie mit Wanderwegen und mehreren Spielplätzen im weitläufigen Haldenpark. Vom 5. bis 7. Juli wird dort auch der „Euregionale Knappentag“ zum 100. Jahrestag des Förderbeginns der Grube Adolf als Volksfest für die ganze Familie gefeiert werden.

Zur Webseite des Grube-Adolf-Parks

Weitere Eindrücke vom Gottesdienst der Nordkreisgemeinden in Merkstein:

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Losung für den 25.09.2020:
Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben; sie werden nicht straucheln.
Psalm 119,165
Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit.
Kolosser 3,16