21.05.2013

Kirchenkreis Aachen feiert 175. Geburtstag

Erste Kreissynode am 12. Juni 1838 gilt als Gründungsdatum des Evangelischen Kirchenkreises Aachen – Jubiläums-Gottesdienst in der Auferstehungskirche am Mittwoch, 12. Juni 2013 – Auftakt zum Reformationsjubiläum 2017

175 Jahre alt wird der Evangelische Kirchenkreis Aachen in diesem Jahr. Am Mittwoch, 12. Juni, werden Mitwirkende aus dem ganzen Kirchenkreis - von der Nordregion bis in die Eifel – in einem Jubiläums-Gottesdienst in der Auferstehungskirche in Aachen an das Gründungsdatum erinnern und einen Blick zurück in die bewegte Geschichte des Kirchenkreises werfen. Alle Interessierten sind zu diesem Gottesdienst und dem anschließenden Beisammensein herzlich eingeladen!

Im Gründungsjahr 1838 gehörte Eupen zum Kirchenkreis Aachen

Als sich am 12. Juni 1838 Abgeordnete aus den evangelischen Gemeinden Aachen, Eupen, Imgenbroich, Kirschseiffen, Lürken, Monschau, Roetgen, Schleiden, Stolberg, Vorweiden und Zweifall zur ersten Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Aachen versammelten, hatte dieser damals schon eine Ausdehnung, die der heutigen recht ähnlich war. Doch beginnt die Geschichte der Protestanten in der Region nicht erst 1838. Sie reicht viel weiter zurück. Schon wenige Jahre nachdem Martin Luther 1517 seine berühmt gewordenen „95 Thesen“ aufgestellt hatte, gab es an vielen Orten und Häusern zwischen Floverich und Puffendorf im Norden und der Ahr im Süden, in Aachen, Stolberg oder auch im Hohen Venn Menschen, die sich zum gemeinsamen Lesen der biblischen Schriften und zur Pflege einer eigenen, sich an der Bibel orientierenden Frömmigkeit trafen. Dabei ist es erstaunlich, dass sich die Überzeugungen der Reformation in der Region Aachen verbreiteten, ohne dass es eine ausgesprochene Führungsfigur gegeben hätte, einen „Reformator“, der der Bewegung seinen persönlichen Stempel hätte aufdrücken können.

Todesstrafe für Andersgläubige

Regelrechte Gemeinden im heutigen Sinne gab es in den ersten drei Jahrzehnten wohl noch nicht. Auch hatte sich zunächst noch kein scharfes konfessionelles Profil, entwickelt. Es gab Taufgesinnte, Reformierte, Lutheraner oder Reformkatholiken. Aufgrund der wachsenden reformatorischen Strömungen untersagte der Rat der Stadt Aachen 1534 bei Todesstrafe jeden anderen Glauben als den römischen. 1552 wird eine „Maria von Monjou“ in Monschau ihres täuferischen Bekenntnisses wegen durch Ertränken in der Rur hingerichtet. Im gleichen Jahr jedoch haben sich in der Stadt Aachen die Bevölkerungszahlen schon so verändert, dass Andersgläubige nicht mehr bestraft werden und dort sogar der Protestant Adam van Zevel Bürgermeister wird.

Spuren der Reformation in Eifel und Nordkreis

In der gleichen Zeit predigt in Schleiden der Straßburger Reformator Martin Bucer in der Schlosskirche und löste damit eine Bewegung im Schleidener Tal aus, die wenig später dort zur offiziellen Einführung der Reformation führte. 1548 wird von einem ersten lutherischen Gottesdienst in Zweifall berichtet. 1564 gibt es erste Spuren der Reformation in Stolberg, 1567 taucht der erste reformierte Pfarrer in Eupen auf, ab 1572 gibt es eine reformierte Gemeinde nördlich von Aachen, wo die Familie von Mangelman einen Raum auf der Burg Lürken für den evangelischen Gottesdienst zur Verfügung stellte.

Weltweites Jubiläum erst 2017

Wenn der Evangelische Kirchenkreis Aachen also in diesem Jahr an sein 175-jähriges Bestehen erinnert, dann reiht er sich ein in eine Bewegung, welche die Evangelische Kirche in Deutschland, aber auch weltweit einstimmen kann auf ein größeres Jubiläum, das im Jahr 2017 gefeiert wird: 500 Jahre Reformation. Beauftragter des Kirchenkreises Aachen für das Reformationsjubiläum ist Pfarrer Jens-Peter Bentzin aus der Kirchengemeinde Monschauer Land. "Innerhalb der Kirche wird gefragt, ob 500 Jahre Kirchen der Reformation angesichts auch des vielen Leids, das durch sie und Menschen in ihr verursacht und verschuldet wurde, Grund zum Jubeln bestehe“, weiß Pfarrer Bentzin. „Aus der Ökumene gibt es gleichzeitig die Anfrage, ob nicht die Tatsache der Kirchenteilung eher Anlass zur Klage sei.“

"Christusfest" statt "Kirchenfest"

Jedoch sollten mit dem Kirchenkreis- und dem Reformationsjubiläum nicht die Unterschiede und das Trennende zu anderen Konfessionen und Religionen, nicht die Evangelische Kirche selbst als Institution, gefeiert werden, erklärt Bentzin. Vielmehr solle im Vordergrund stehen, dass die Reformation und der aus ihr hervorgegangene Protestantismus das private und öffentliche Leben, Strukturen in Gesellschaft und Wirtschaftshandeln, Entwicklungen in Kultur, Recht und Wissenschaft entscheidend mitgeformt und verändert haben. Und vor allem, so Pfarrer Bentzin, solle das Reformationsjubiläum nicht in erster Linie ein „Kirchenfest“ sein, sondern ein „Christusfest“: „Im Mittelpunkt steht das Evangelium, die wiederentdeckte gute Botschaft von Jesus Christus, von Gottes Liebe, Gnade und Vergebung, die vor 500 Jahren wie auch heute noch für das Leben und Handeln eines jeden Christen maßgeblich sein sollte.“

Termine zum Kirchenkreisjubiläum:

  • Jubiläumsgottesdienst 175 Jahre Kirchenkreis Aachen

Mittwoch, 12. Juni 2013, 19 Uhr
Veranstaltungsort: Auferstehungskirche, Am Kupferofen
Mit anschließendem Beisammensein

  • 1838 - Kirche und Staat im preußischen Kirchenkreis Aachen

Montag, 16. September 2013, 19.30 Uhr
Veranstaltungsort: Auferstehungskirche, Am Kupferofen
Der Historiker Jörg von Norden erklärt die Hintergründe der Kirchenkreisgründung im Jahr 1838 und gibt Einblick in das spannungsvolle Miteinander von Kirche und Staat in Preußen in dieser Zeit.

 

Zur Internetseite über das 175-jährige Bestehen des Evangelischen Kirchenkreises Aachen

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