Die Tür im „Haus für Familien“ steht allen Menschen offen. „Ab Geburt eines Kindes kann man zu uns kommen“, spricht Sylvia Savelsberg eine herzliche Einladung an alle aus, die sich beim „Abenteuer Familie“ nicht allein auf den Weg machen möchten. Die Einrichtung der Familienbildung an der Martin-Luther-Straße 16 wird von der Evangelischen Kirchengemeinde Aachen getragen. Zum Angebot gehören unter anderem gebührenfinanzierte PEKiP-Kurse und Workshops, aber auch offene Angebote und Kooperationen mit Schulen, Kitas und Familienzentren. „Wir sind immer da, wenn Unterstützung und Begleitung erwünscht sind“, sagt Martin Kaufmann. Mit seiner Kollegin leitet er seit April das „Haus für Familien“. Eine Doppelspitze! Ist das nicht ungewöhnlich?
Das Ziel: Menschen mit einander zu verbinden

Foto: Stephan Johnen
Sylvia Savelsberg und Martin Kaufmann freuen sich auf die gemeinsamen Herausforderungen.
Doppelspitze auch von Mitarbeitenden gewünscht
Die Idee ist nicht nur ein Wunsch von Sylvia Savelsberg und Martin Kaufmann. Im Zuge einer Organisationsberatung wurden alle hauptamtlich Mitarbeitenden und der Vorsitzende des Fachausschusses in den Prozess mit eingebunden. „Wir können das Schiff gemeinsam manövrieren, haben das gleiche Kompetenz- und Entscheidungsniveau“, sehen beide neben Stabilität und Kontinuität viele Vorteile in diesem Modell. „Fachlich ergänzen wir uns wunderbar“, erklärt Diplom-Pädagogin Sylvia Savelsberg, die die projektbezogene und gebührenfinanzierte Familienbildung verantwortet, während sich ihr Kollege um die interkulturelle Projektarbeit und Organisationsentwicklung kümmert. Die 49-Jährige hat zunächst in der Erwachsenen- und Weiterbildung Berufserfahrung gesammelt und eine Offene Ganztagsschule geleitet, ehe sie als Referentin das „Haus für Familien“ kennenlernte. Martin Kaufmann ist 40 Jahre alt und würde mit seinem Master of Education eigentlich im Klassenraum stehen, wäre er nicht „auf dem Weg dorthin abgebogen“. Er arbeitete für eine gemeinnützige Organisation und entdecke, dass ihm die interkulturelle Projektarbeit und Organisationsentwicklung mindestens genauso viel Spaß macht. Als Selbstständiger beriet er Vereine und Institutionen, unter anderem das „Haus der Familien“, wo er als Projektleiter eine mobile Sozialberatung für Familien aus herausfordernden Lebensumständen anschob, genannt „RADSchläge“. Nach seiner Elternzeit gehörte er fest zum Team, war wie seine Kollegin in der Position der Stellvertretung der langjährigen Leiterin Karin Blankenagel tätig.

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Wer das Team und die Angebote kennenlernen möchte, kann am 3. Oktober unverbindlich zum Tag der offenen Tür im Haus für Familien vorbeischauen - oder gerne auch schon zu einem früheren Zeitpunkt.
Familien zu entlasten als wichtige Aufgabe
Die zukünftige Ausrichtung des „Hauses für Familien“ orientiert sich inhaltlich weiterhin an den Bedürfnissen der Besucherinnen und Besucher, der Familien, Eltern und Kinder. „Das war auch schon in der Vergangenheit immer so. Wir haben geschaut, vor welchen Herausforderungen Familien stehen, welchen Bedarf es gibt“, sagt Sylvia Savelsberg. Stete Erneuerung ist also nichts Neues. Aufgaben gibt es genug, skizziert Martin Kaufmann, schließlich seien Menschen mit vielen Herausforderungen konfrontiert. „Familien stehen heute unter großem Druck: Zeitmangel, finanzielle Sorgen, Unsicherheiten in der Erziehung oder auch das Gefühl, mit Herausforderungen allein zu sein, sind Themen, die uns erreichen. Gleichzeitig wächst der Wunsch nach Gemeinschaft, Austausch, Orientierung und echter Teilhabe“, nennt Martin Kaufmann nur einige Herausforderungen und Ziele.
Ein neues Teammitglied nimmt die Väterarbeit ins Auge; eine wachsende Zielgruppe, für die es bislang nur wenig bis keine Angebote gab. Digitale oder hybride Kursformate sollen ausgebaut werden, parallel gibt es auch einen hohen Bedarf an einem Austausch von Angesicht zu Angesicht. Oft ist das „Haus für Familien“ auch die erste Anlaufstelle, wenn es um gesellschaftliche Teilhabe oder Hilfe im (Bürokratie-)Alltag geht. Ein besonderer Schwerpunkt liegt für das Team darauf, Menschen miteinander zu verbinden. Martin Kaufmann: „Wir möchten Angebote schaffen, bei denen Begegnung ganz selbstverständlich entsteht zwischen Generationen, Kulturen und Lebensrealitäten.“
(Text: Stephan Johnen)

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Sylvia Savelsberg und Martin Kaufmann ergänzen sich mit unterschiedlichen Qualifikationen.
