Drei evangelische Seelsorgende gemeinsam aus dem Uniklinikum verabschiedet

Sabine Hölzer-Pöll, Sabine Haag und Arnd Herrmann gehen in den Ruhestand – Viele Jahre „im Kosmos des Klinikums mittendrin in den existentiellen Fragen des Lebens“

Als Team hatten Pfarrerin Sabine Hölzer-Pöll, Pfarrerin Sabine Haag und Pfarrer Arnd Herrmann viele Jahre im Universitätsklinikum der RWTH Aachen zusammengearbeitet, und so wollten sie nun zum Eintritt in den Ruhestand auch gemeinsam entpflichtet werden. In einem Gottesdienst mit dreigeteilter Predigt wurden sie am Freitag in der Kapelle des Uniklinikums verabschiedet. Auf ihre individuelle Weise bezogen sie sich dabei auf je einen Teil des Bibelverses „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.“ (Lukas 11,9) 

„Gebete helfen in schweren Situationen“

Pfarrerin Sabine Haag sprach darüber, wie viele Gebete und Bitten in der Kapelle des Klinikums, aber auch im ganzen Haus – laut oder nur in Gedanken – täglich formuliert würden. Denn, so sagte sie, im „Kosmos des Klinikums“ sei man immer mittendrin, „in den existentiellen Fragen des Lebens“. Pfarrerin Sabine Hölzer-Pöll sagte, Suchen sei eine Grundhaltung des Menschen, und dies passe gut zur Forschungseinrichtung Klinikum. In ihrem Teil der Predigt präsentierte sie mit einem Augenzwinkern die Bibel und ein Wimmelbuch als ihre Lieblingsbücher. Pfarrer Arnd Herrmann schaffte es anschließend, den Bogen von der Ratesendung „Was bin ich?“ über den Alltag als Klinikseelsorger, die Rockgruppe BAP und den Sprach-Assistenten Alexa bis zu Schalke 04 und Kierkegaard zu spannen. Seine Erkenntnis aus vielen Dienstjahren sei es, so Herrmann: „Wer betet, wird mit schweren Situationen besser fertig, als wenn man es mit sich alleine ausmacht, denn das Gebet kann stärken, trösten und heilen.“

Viele Dienstjahre lang ein Segen für die Menschen im Klinikum

Die drei ganz unterschiedlichen Dienst-Biographien der Seelsorgenden zeichnete die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Aachen, Pfarrerin Verena Jantzen, in ihrer Ansprache zur Entpflichtung nach. Pfarrerin Sabine Hölzer-Pöll kam bereits im Jahr 1989, gleich nach ihrem Vikariat, zur Klinikseelsorge und blieb dort 36 Jahre lang, bis zum April dieses Jahres. Pfarrerin Sabine Haag versah zunächst den Dienst als Berufsschulpfarrerin und andere Tätigkeiten, bevor sie 2001 ins Uniklinikum kam. Ihre Beschäftigung dort endet offiziell im Juli. Zuletzt kam Pfarrer Arnd Herrmann zum Team des Klinikums, vor 21 Jahren. Er war Gemeindepfarrer in Aachen-Laurensberg, bevor er 2004 zu „den Sabines“ stieß, was, wie Jantzen schmunzelnd erwähnte, „den Wissenstand bezüglich Schalke 04 im Seelsorge-Team von 0 auf 100 hob“. Die Superintendentin würdigte die besonderen Verdienste aller drei Seelsorgenden in ihrer langjährigen Tätigkeit, in der es oft nur eine einzige Begegnung mit einem anderen Menschen gibt, anders als zum Beispiel in einer Gemeindepfarrstelle. Jantzen: „Das Wort ‚Ihr sollt ein Segen sein‘ hat auf euch voll zugetroffen!“

Als über viele Jahre gut zusammenarbeitendes Team wollten die drei Seelsorgenden gemeinsam entpflichtet werden.

Als über viele Jahre gut zusammenarbeitendes Team wollten die drei Seelsorgenden gemeinsam entpflichtet werden.

Nach Sabine Hölzer-Pöll (li.) und Arnd Herrmann wird Sabine Haag im Sommer als letzte der drei Seelsorgenden in den Ruhestand gehen.

Nach Sabine Hölzer-Pöll (li.) und Arnd Herrmann wird Sabine Haag im Sommer als letzte der drei Seelsorgenden in den Ruhestand gehen.

In der Kapelle des Uniklinikums findet jeden Sonntag um 10.30 Uhr ein evangelischer Gottesdienst statt. Diese sind allerdings selten so gut besucht wie der Abschieds-Gottesdienst der drei Seelsorgenden.

In der Kapelle des Uniklinikums findet jeden Sonntag um 10.30 Uhr ein evangelischer Gottesdienst statt. Diese sind allerdings selten so gut besucht wie der Abschieds-Gottesdienst der drei Seelsorgenden.

Geschenke und Grußworte zeigen Dankbarkeit

Nach der offiziellen Entpflichtung im Gottesdienst feierten die Freunde, Familienmitglieder und Weggefährten den Abschied noch im Raum „Zahn 7“ des Klinikums und nutzten dabei die Gelegenheit, liebevoll zusammengestellte Geschenke zu überreichen und ihre Dankbarkeit in Grußworten zu äußern. Besonders aufwändig gestaltete Geschenke überreichte Pfarrerin Lena Wolking mit solarbetriebenen Lichtgläsern, die nicht nur jeweils ein Stück des charakteristischen, grünen Uniklinikums-Teppichbodens enthielten („Wenn ihr wüsstet, wie schwer es war, da dranzukommen!“), sondern auch individuelle Symbole für alle drei. Bücher und spezielle Süßigkeiten gab es von den katholischen Seelsorgenden, vertreten durch Birgit Lauterbach und Marek Dzieciolowski. 

Evangelische Seelsorge am Uniklinikum wird fortgeführt

Die Evangelische Klinikseelsorge am Uniklinikum Aachen wird derzeit, zusätzlich zu den in den Ruhestand eintretenden Pfarrpersonen, versehen von Pfarrerin Lena Wolking und Pfarrerin im Probedienst Stefanie Houben. Lena Wolking übernimmt zum 1. Juni eine volle Pfarrstelle in der Klinikseelsorge. Sie ist bereits seit zwei Jahren mit einem Stellenanteil in der Klinikseelsorge beschäftigt und hatte einen anderen Stellenanteil an der Genezareth-Kirche im Aachener Westen inne. Der Probedienst von Stefanie Houben endet im August. Eine weitere volle Stelle in der evangelischen Seelsorge am Klinikum soll so bald wie möglich besetzt werden.

(Text: Ev. Kirchenkreis Aachen / C. Braun)

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