Einführungsgottesdienst für Pfarrer Thorsten Schmitt

Am Sonntag, 6. Oktober, um 14 Uhr in Blankenheim - Erfahrener Pfarrer kommt in die Kirchengemeinde Roggendorf - Große Freude auf die Einführung

 

Nach den Verabschiedungen in ihrer Gemeinde und der Nachbarkirchengemeinde freut sich die Evangelische Kirchengemeinde Roggendorf diesen Sonntag sehr auf die Einführung von Pfarrer Thorsten Schmitt.
Zum 1. Oktober hat er offiziell seinen Dienst in unserer Kirchengemeinde begonnen. Wir heißen ihn und seine Frau Susanne Schmitt-Warzelhan herzlich willkommen.

Am Sonntag, 6. Oktober, wird die neue Superintendentin des Kirchenkreises Aachen, Pfarrerin Verena Jantzen, in einem Festgottesdienst um 14 Uhr in der Kirche in Blankenheim Pfarrer Thorsten Schmitt in sein Amt einführen. Zu diesem Gottesdienst und dem anschließenden Empfang laden wir herzlich ein. 

Neu, aber mit Erfahrung

So ganz “neu” ist er eigentlich nicht, der neue Pfarrer, der in Blankenheim die Stelle von Pfarrer Christoph Cäsar in der Evangelischen Kirchengemeinde antreten wird. Mit 62 Jahren gehört er realistisch gesehen auch zu denen, deren berufliche Perspektive eher auf Sicht gefahren wird. Doch lang überlegen musste niemand, als Thorsten Schmitt sich auf die Ausschreibung der Stelle meldete. 
Schnell war klar, dass sich mit Schmitt eine erfahrene Person in der Gemeindearbeit für die Stelle in Blankenheim bewarb. Seit 1997 war er in der Evangelischen Christusgemeinde an der Glessener Höhe als Pfarrer tätig, die die Region Bedburg, Niederaussem und Glessen umfasst. Viele kleine Dörfer, fast schon ein wenig wie in der Eifel, also eine Struktur, die Schmitt vertraut sein dürfte. Wie allerorten machte er auch in der Kirchengemeinde im Rhein-Erftkreis zuletzt die Umbrüche und Umstrukturierungen mit, die die sinkenden Zahlen der evangelischen Christen notgedrungen mit sich brachten. Anfang des Jahres fusionierte die Niederaussemer Gemeinde mit Brauweiler und Königsdorf. 

Überzeugt von der Praxis

In Münster, Marburg, Wuppertal studierte der 1962 in Wuppertal geborene Schmitt Theologie, um zum Abschluss beim Sozialethiker Wolfgang Huber in Heidelberg seine Studien abzuschließen. Doch an der Universität habe er seine Zukunft nicht gesehen, erzählt er im Gespräch, und so habe er 1993 in Köln in der Kirchengemeinde Bickendorf ein Vikariat angetreten. „Die praktische Arbeit war überzeugend“, erinnert er sich, und so war die Entscheidung für seine berufliche Ausrichtung gefallen.
 

Liebe zur Eifel mit Herz und Hand

Dass Schmitt nun seine Arbeitsstelle wenige Jahre vor der Pensionierung aus dem Bereich der Stadt Bergheim in die Eifel verlegt, hat zwei Gründe: Denn eigentlich komme er fünf Jahre früher als ursprünglich geplant in die Eifel. „Seit 2008 habe ich ein Fachwerkhaus in Rüth, und die Sanierung ist nun abgeschlossen“, berichtet er. Das Haus sei mittlerweile der Sehnsuchtsort für ihn und seine Frau Susanne Schmitt-Warzelhan. 2008 habe er den Aushang gefunden, dass das Gebäude zum Verkauf stehe. Seitdem habe er das Haus Zug und Zug saniert, für Schmitt ein Ausgleich zu seiner Tätigkeit als Pfarrer. „Im Pfarrberuf bekommt man nur selten eine Rückmeldung, was wirkt“, sagt er. Doch schon früh habe ein handwerklicher Beruf durchaus eine Alternative zum Theologiestudium dargestellt. 

Zum zweiten hatte Schmitt Lust, noch einmal etwas Neues anzugehen. Dass er jetzt den Stelle in der Kirchengemeinde Roggendorf antrete, habe sich so ergeben, als die Stelle neu ausgeschrieben worden sei. Was in einer Zeit von fünf Jahren noch bewirkt werden könne? Die Situation gebe ihm Freiheit. „Ich finde es interessant“, geht er offen in seinen neuen Lebensabschnitt. 
Dass mit dem fast gleichzeitigen Weggang der Pfarrer Michael Stöhr und Christoph Cäsar auch ein personeller Umbruch in der Roggendorfer Kirchengemeinde geschehe, sei nicht ungewöhnlich. „Das betrifft alle Gemeinden, dass Pfarrstellen reduziert werden“, sagt Schmitt. Es dürfe von daher nicht mehr in Bezirken gedacht werden, sondern die Stärken der beteiligten Personen kämen zum Tragen. „Roggendorf hat jemand gesucht, der in der Erwachsenenbildung tätig sein will, das habe ich mir gewünscht“, so Schmitt. Auf die Arbeit mit den Konfirmanden beispielsweise werde sich dagegen Pfarrerin Susanne Salentin konzentrieren. 

Kreative Ansätze fürs Bibellesen

Für Schmitt ist diese Schwerpunktarbeit genau das Richtige: „Ich habe eine Zusatzausbildung in Bibliodrama und Bibliolog“, berichtet er. Beides seien Methoden, sich kreativ mit der Bibel auseinanderzusetzen. Dabei gehe es beim Bibliodrama nicht um Passionsspiele, sondern darum, dass Menschen sich Rollen aus biblischen Geschichten wählten und diese in der Gruppe ohne Skript spielen würden. Beim Bibliolog lebten Personen dagegen die Gedanken von Figuren aus der Bibel in der Phantasie nach. 
Es sei immer schon sein Anliegen gewesen, Kirche nicht zum Stammtisch werden zu lassen, sondern auch die Menschen am Rand zu erreichen, sagt Schmitt über seine Rolle in Zeiten, in denen die Zeiten der Gläubigen in allen christlichen Kirchen zurückgehen. Er wolle Akzente setzen, dass auch die einen Zugang finden, die sonst nicht in die Kirche kommen würden. „Das gelingt mal mehr, mal weniger“, gibt er offen zu.  

Text: Stephan Everling

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