Erkenntnisreicher Dreiländertag in Kelmis

Gute Gelegenheit, um Wissenswertes über die Nachbarn zu erfahren - Reger Austausch unter den Teilnehmenden

Alle guten Dinge sind drei: Am 10. Mai war Muttertag, Sonntag Rogate und Dreiländertag. Und das passte gut zusammen.
Aus den drei Ländern unserer Euregio trafen sich Christen und Christinnen, darunter die Superintendentin des Aachener Kirchenkreises, Pfarrerin Verena Jantzen, aus den Gemeinden der Grenzregion in der evangelischen Johanneskirche in Kelmis, die zur Gemeinde Eupen und Neu-Moresnet gehört. Vor dem Gottesdienst empfing die gastgebende Gemeinde die Gäste herzlich mit Kaffee und „Kelmiser Platz“, einem frisch gebackenen Stuten. 

Gut gestärkt ging es in der kleinen Kirche weiter, wo auf Deutsch, Niederländisch, Französisch gemeinsam gebetet, gesungen und gefeiert wurde. Klein, aber fein gestaltete der Kirchenchor der Gemeinde, Nota Bene, den Gottesdienst und fügte den Sprachen noch weitere hinzu. Pfarrer Andreas Berg freute sich über die gut gefüllte Kirche an diesem Tag und lud die Gemeinde ein, mit ihm über das Beten nachzudenken. Anhand des biblischen Textes in Matthäus 6,5-15 ging er in seiner dreiteiligen Predigt auf verschiedene Aspekte des Betens ein: der Wortlaut, die Einbindung in den Glauben und die Öffentlichkeit des Gebets. Vor allem ermutigte er die Gemeinde zum Reden mit und zu Gott.

Passend zur Blüte des Galmeiveilchens

Nach dem Gottesdienst lud die Kelmiser Gemeinde zu einem Beisammensein ein. Gemeindeglieder hatten ein reichliches Buffett vorbereitet und auch hier gab es mit einem Bier aus Kelmis heimische Spezialitäten dazu. Die Zeit mit Gesprächen und Kennenlernen verging wie im Flug, so dass Pfarrer Berg zum zweiten Programmpunkt des Tages rufen musste: ein Spaziergang rund um den Casinoweiher. Die Landschaft ist geprägt vom Bergbau, Holzbohlenwege führen über Abraumhalden. Wir hatten Glück und konnten die dritte Kelmiser Besonderheit an diesem Tag genießen: Das Galmei-Veilchen blühte! 

Museumsbesuch rundete Tag ab

Dem kleinen Rundgang folgte eine passende und abwechslungsreiche Führung im Museum Vieille-Montagne, das seinen Sitz im ehemaligen Direktionsgebäude des Bergbaubetriebs hat. Hier ging es bei dem Blick in die Vergangenheit nicht nur um die bedeutende Zinkproduktion, sondern auch um das einzigartige neutrale Gebiet Neutral-Moresnet, das 103 Jahre existierte und in dem sich eine eigene kleine Welt entwickelte. Schmuggel, Bergbau und der Versuch, Esperanto einzuführen, sind nur drei Beispiele für Besonderheiten des Gebietes. 

Die Vieille-Montagne-GmbH sorgte für ihre Arbeiter und übernahm auch staatliche Aufgaben, damit die Neutral-Moresneter z.B. Schule, Krankenhaus und einen Polizisten hatten. Im Museum gab es neben historischen Fotos auch vieles zum Material Zink zu entdecken, von der Gewinnung bis zur Verarbeitung. Die älteren Teilnehmenden erinnerten sich an ihre Kindheit, wo es noch üblich war, in Zinkwannen zu baden. 

Nächster Dreiländertag: 2028 in den Niederlanden

Mit einem Segen endete am Nachmittag ein erfüllter und begegnungsreicher Tag und immer wieder fragten die Teilnehmenden am Dreiländertag: Wann gibt es den nächsten? Der Tag findet alle zwei Jahre statt, das nächste Mal in den Niederlanden. Mitglieder des Arbeitskreises der Euregio werden rechtzeitig dazu einladen. Bis dahin heißt es, so wie im Museum gelernt, auf Esperanto „Ĝis revido!“: Auf Wiedersehen! 

Text: Pfarrerin Bärbel Büssow (Synodalbeauftragte des Kirchenkreises Aachen für die Euregio-Arbeit)

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