Fröhlicher Dankgottesdienst in Vorweiden

Gemeinde freut sich über gelungene Restaurierung der evangelischen Kirche Vorweiden - Beispiel dafür, was möglich ist, wenn alle ihre Stärken einbringen

„Wunder geschehn, ich war dabei“, sang „Das Chörchen“ zum Abschluss des festlichen Dankgottesdienstes für die erfolgreiche Sanierung der evangelischen Kirche Vorweiden am zweiten Adventssonntag. Für Außenstehende sieht es tatsächlich fast wie ein Wunder aus, dass die Sanierung nicht nur innerhalb des geplanten Zeitraums, sondern auch innerhalb des veranschlagten finanziellen Rahmens abgeschlossen wurde – und das in größerem Umfang als ursprünglich geplant an einem denkmalgeschützten Bau, der zusätzliches Augenmerk erfordert. 

Denn was als reine „Dachsanierung“ startete, führte über den großflächigen Austausch von Fugenmörtel und mehreren Tausend Ziegelsteinen in den Außenmauern hin zu Ausbesserungen von Schäden an den Bleiverglasungen der Fenster bis zu einem neuen Innenanstrich (die Orgel war ja eh schon fachmännisch verpackt und geschützt, der Innenraum leergeräumt). 

Doch bei den Dankesreden beim anschließendem Empfang wurde deutlich, dass es vor allem die engagierte, wertschätzende und offene Zusammenarbeit der Verantwortlichen und Ausführenden in den beteiligten Einrichtungen, Abteilungen, Betrieben und Unternehmen war, die dieses beeindruckende Ergebnis möglich machte. 

Alle Beteiligten zogen an einem Strang

Wie viele Parteien in das Projekt eingebunden waren, darauf wies der Vorsitzende des Presbyteriums der Christusgemeinde, Pfarrer Wolfgang Willnauer-Rosseck, in seiner Ansprache hin (und bat um Verzeihung, falls er doch jemand vergessen haben sollte): die Hausherrin Pfarrerin Dorlis Alders, das Presbyterium, das Gemeindebüro, die zuständige Fachabteilung des Kirchenkreises, die leitende Architektin Maike Scholz, der Zimmereibetrieb, Dachdecker, Maurer, Glaser und Maler, nicht zu vergessen Gerüstbauer und die Kasse des kirchlichen Verwaltungsamts, die für die pünktliche Bezahlung der Rechnungen zuständig ist. Dadurch ließen sich nicht nur einige Euro sparen, dies sorgte auch für eine gute Arbeitsatmosphäre und Bereitschaft zu zusätzlichem Engagement bei den beteiligten Gewerken. 

Intensive Einarbeitung in die Baugeschichte

Das betonte die leitende Architektin Maike Scholz aus Aachen, die nicht nur das Vertrauen der Kirchengemeinde („nach einer Woche erhielt ich schon den kompletten Schlüsselbund“) hervorhob, sondern ebenfalls das überdurchschnittliche Engagement der beteiligten Handwerker, die allesamt auch Erfahrungen in der Restaurierung von Baudenkmalen haben mussten. Die intensive Auseinandersetzung mit der Baugeschichte der Kirche führte die Architektin zu der Erkenntnis, dass der Aachener Baumeister Johann Peter Cremer durch eine unterschiedliche Dacheindeckung die unterschiedlichen Funktionen der Gebäudeteile (Kirche und angrenzende Wohnungen für Pfarrer und Lehrer) angemessen widerspiegeln wollte. 

So wurde der Bau mit Schiefer und das Wohnhaus mit Ziegeln neu eingedeckt. Dieser Wiederherstellung des historischen Zustands ist es zu verdanken, dass auch ein Antrag auf Fördergeld vom Land NRW mit einer nennenswerten Summe bewilligt wurde. Neben diesem Zuschuss der öffentlichen Hand kamen mittlerweile über 50.000 Euro an Spendengeldern zusammen, als einzelner Euro oder Großspende, bei Benefizkonzerten und besonderen Sammelaktionen für die kleinste evangelische Kirche im Nordkreis, die vor zwei Jahren ihren 175. Geburtstag feierte. 

Beschwingter Dankgottesdienst

Am zweiten Advent - pünktlich mit dem neuen Kirchenjahr wird die Kirche wieder genutzt - freuten sich mit Hausherrin Pfarrerin Dorlis Alders nicht nur Superintendentin Verena Jantzen und die vollbesetzte Kirche beim Dankgottesdienst, sondern auch die beteiligten Musikerinnen und Musiker wie der Posaunenchor Hoengen-Broichweiden unter der Leitung von Dr. Hartmut Engelbrecht, Organistin Gisela Freialdenhoven und der bereits genannte Chor „Das Chörchen“ unter der Leitung von Iris Donner-Hermanns, die zusammen mit Werner Wienands am Klavier einzelne Chorstücke auf der Klarinette begleitete. 

Lebendiger Mittelpunkt der Gemeinde

Dass die Kirche nicht nur an so einem besonderen Festtag mit Leben erfüllt ist, machte Pfarrerin Dorlis Alders deutlich mit der Aufzählung, was bereits alles in der ersten Woche seit Wiedereröffnung stattgefunden hat: Krabbelgottesdienst und Trauerfeier, Chorkonzert, Posaunenprobe sowie Gottesdienste der Christusgemeinde und der kongolesischen Gemeinde, die ebenfalls ihre sonntäglichen Gottesdienste in der kleinen Kirche feiert. Auch die engagierte Presbyterin Susanne Degenhardt, die sich persönlich sehr für die Sanierung einsetzte, richtete den Blick in den Dankesworten des Kirchenvorstands nach vorn: “Neben bewährten kulturellen und diakonischen Angeboten gibt es vielleicht auch Veranstaltungen, die wir uns erst noch ausdenken müssen”. Auf dass die Kirche auch die nächsten 175 Jahre lebendiger Mittelpunkt und schützendes Zuhause für die Vorweidener Protestanten ist. 

Text: Juliane Siekmann

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