„Gemeinsam mutig Zukunft gestalten“, das wollen der Evangelische Kirchenkreis Aachen und das Diakonische Werk im Kirchenkreis Aachen e.V. ab sofort noch intensiver als bisher. Denn wenn Menschen Beratung brauchen, Unterstützung im Alltag suchen oder in Krisen Hilfe benötigen, begegnen sie Kirche oft zuerst in ihrer diakonischen Arbeit. Gleichzeitig sind christliche Traditionen, Gottesdienste, Seelsorge und geistliche Gemeinschaft weiter wichtig und sollen in den Gemeinden gelebt werden. Genau diese Verbindung von Kirche und Diakonie will der Evangelische Kirchenkreis Aachen künftig verbindlicher gestalten. In einer digitalen Sitzung beschlossen die 78 anwesenden Abgeordneten der Kreissynode, die strategische Partnerschaft zwischen dem Kirchenkreis Aachen und dem Diakonischen Werk im Kirchenkreis Aachen weiter zu intensivieren.
Kirche und Diakonie rücken enger zusammen

(Foto: C. Braun)
Die Synodalen hatten bei der Tagung der Kreissynode Ende Mai in Stolberg bereits ausführlich über den Beschluss beraten und viele Informationen zur Arbeit des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Aachen e.V. erhalten.
Kreissynode hatte Themenschwerpunkt Diakonie
In der Online-Tagung am Mittwochabend wurde ein Beschluss nachgeholt, der bei der Sommersynode Ende Mai in Stolberg bereits ausführlich beraten worden war, dort aber wegen der am Ende nicht mehr erreichten Zwei-Drittel-Anwesenheitsquote nicht gefasst werden konnte. Inhaltlich knüpft die Entscheidung an den Diakonie-Schwerpunkt der Synode an: In Referaten und Workshops war es um die theologischen Grundlagen diakonischen Handelns, um die Bandbreite diakonischer Aufgaben im Kirchenkreis Aachen und um praktische Formen der Zusammenarbeit gegangen.
Strategische Partnerschaft soll Ressourcen bündeln
Durch den nun gefassten Beschluss (einstimmig, ohne Gegenstimmen und Enthaltungen) sollen vorhandene Ressourcen und Kompetenzen gebündelt und Doppelstrukturen vermieden werden. Konkret nennt der Beschluss zunächst eine vertiefte Zusammenarbeit in der Öffentlichkeitsarbeit und bei Schulungen. Ziel soll es sein, eine gemeinsame Marke von „Kirche und Diakonie“ zu entwickeln. Die strategische Partnerschaft ist auch eine Antwort auf die veränderten finanziellen Rahmenbedingungen, denen sich beide Partner gegenübersehen. Ein Teil des Beschlusses ist es deshalb auch, die jährliche Finanzierung des Diakonischen Werks durch den Kirchenkreis für die Jahre 2027 bis 2031 auf 5,5 Prozent des Kirchensteueraufkommens festzusetzen. Bisher lag dieser Anteil bei 6,25 Prozent. Der zukünftige Anteil entspricht ungefähr 518.000 Euro pro Jahr und damit rund 50.000 Euro weniger als bisher. Der Beschluss verbindet damit zwei Anliegen: die diakonische Arbeit im Kirchenkreis weiterhin verlässlich mitzutragen und zugleich auf die enger werdenden finanziellen Spielräume des Kirchenkreises zu reagieren.

Superintendentin Pfarrerin Verena Jantzen leitete den Nachhol-Termin der Kreissynode als Video-Konferenz.
Unterschiedliche Stärken gemeinsam einbringen
„Unser Beschluss ist mehr als eine organisatorische Vereinbarung“, sagte Superintendentin Verena Jantzen, nach dem Ende der kurzen Online-Tagung. „Wir stellen uns die Frage, wie Kirche in einer sich verändernden Gesellschaft glaubwürdig präsent bleiben kann: in Wort und Tat, in Verkündigung und Hilfe, in Gemeinden, Einrichtungen und Sozialräumen.“ Die engere Partnerschaft solle dazu beitragen, dass Kirche und Diakonie ihre unterschiedlichen Stärken gemeinsam einbringen und auch unter veränderten Bedingungen nah bei den Menschen bleiben, sagte die Superintendentin. „Das, was immer schon zusammengehört hat, bekommt jetzt wieder stärker eine gemeinsame Perspektive.“
(Text: Ev. Kirchenkreis Aachen/C. Braun)

