Reformationskonzert war sehr gut besucht

In der evangelischen Kirche Hellenthal wurde ein abwechslungsreiches Programm geboten - Zum Hören und Mitsingen

Es bleibt ein wichtiger Gedenktag für alle evangelischen Menschen in der Eifel. Am 31. Oktober 1517 nagelte Martin Luther seine 95 Thesen an das Portal der Schlosskirche zu Wittenberg – so besagt die Legende. Ob die Schriften wirklich so öffentlich gemacht wurden, wird mittlerweile bezweifelt, doch eines steht fest: Die Veröffentlichung der Thesen führte zum Bruch Luthers mit der katholischen Amtskirche und gilt damit als Geburtsstunde der Evangelischen Kirche. Seit vielen Jahren lädt die Evangelische Trinitatis-Kirchengemeinde Schleidener Tal zu ihrem Reformationskonzert ein, um an dieses Tag zu erinnern. 

Bläserkreis neu formiert

So auch in diesem Jahr. Nachdem im letzten Jahr erfolgreich der Neustart nach dem durch die Corona-Pandemie verursachten Lockdown gewagt worden war, konnten die Organisatoren nun mit einem erweiterten Programm aufwarten. Rund 80 Zuhörer ließen sich davon in die Evangelische Kirche nach Hellenthal locken. Mit dabei war der neuformierte Bläserkreis der Kirchengemeinde. In neuer Gestalt zeigte sich damit das Ensemble, denn bislang war die Gruppe für die Zülpicher und Schleidener Kirchengemeinde gemeinsam aktiv. Doch da die meisten der Mitglieder aus dem Schleidener Tal kommen würden, sei sie umbenannt worden, informierte Pfarrer Christoph Ude. Dazu kam eine neue musikalische Leitung: Der amerikanische Trompeter Charles Biggs, der vor einigen Jahren mit seiner Frau, der Posaunistin Anne Dockter, nach Floisdorf gezogen ist, hat den Dirigentenstab übernommen. Für den Musiker, der auch schon in der Bigband des Gitarristen Brian Setzer spielte, nichts Ungewöhnliches. „Ich habe in Amerika oft in evangelischen Kirchen gespielt, das ist für mich nichts Neues“, sagte er. 

Gelungene Mischung aus modernen und klassischen Stücken

Sein Können stellte er gleich zu Beginn des Konzertes unter Beweis, als er mit Organist Werner Harzheim, der auch die Gesamtleitung des Abends übernommen hatte, mit der „Air de Trompette“ in F-Dur von Georg Philipp Telemann das Programm eröffnete. 

Mit Heike Schumacher und Jutta Harzheim, beide Sopran, und Martina Paul, Alt, war auch die gesangliche Seite des Repertoires abgedeckt. Die drei Frauen brachten, begleitet von Harzheim, verschiedene Stücke wie „May the Lord send Angels“ von Heinz-Helmut Jost-Naujoks zu Gehör. 

Der Bläserkreis spielte Werke aus der modernen und klassischen Literatur wie das „Quintette Sonata“ des zeitgenössischen Komponisten Ninos Gerasimos oder drei Tänze aus den „Five Dances from Terpsichore“ von Michael Prätorius aus dem Frühbarock. Sonja Sommer spielte auf der Altblockflöte zur Orgel zwei barocke Werke: Die Sonate VI in g-Moll von Ignazio Sieber und die Sonate in a-Moll von Johann Sebastian Bach. Doch auch Gelegenheit zum Mitsingen gab es reichlich: Gleich mehrere Stücke wurden von den Solisten im Wechsel mit der Gemeinde gesungen. 

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