Signatura Quartett spielt Mendelssohn und Schostakowitsch

Sonntag, 4. Oktober 17 Uhr - Kornelimünster - Infos zu Werken und Künstlern

Konzertplakat komplett mit rotem Hintergrund

Felix Mendelssohns Streichquartett in a-Moll op. 13 

… entstand 1827, als der Komponist erst 18 Jahre alt war. Es gehört zu seinen frühen, aber bereits sehr ausdrucksstarken Werken.

Das Quartett steht deutlich unter dem Eindruck des Todes von Ludwig van Beethoven, der kurz vor der Entstehung des Werkes gestorben war. Besonders auffällig ist die Verbindung von klassischer Form und romantischem Ausdruck: Mendelssohn arbeitet mit starken Kontrasten, einer intensiven, teilweise melancholischen Stimmung und sehr gesanglichen Melodien.

Das Werk besteht aus vier Sätzen. Besonders interessant ist, dass Mendelssohn ein eigenes Liedmotiv aus seinem Lied „Frage“ op. 9 Nr. 1 in das Quartett einarbeitet. Das Motiv „Ist es wahr?“ wird zu einem verbindenden Element des gesamten Werkes.

Das Streichquartett op. 13 zeigt damit schon sehr deutlich Mendelssohns außergewöhnliche musikalische Reife und seine Fähigkeit, traditionelle Formen mit persönlichem und romantischem Ausdruck zu verbinden.

Dmitri Schostakowitschs 7. Streichquartett in Fis-Moll op. 108 

… entstand 1960 und ist seiner ersten Frau Nina gewidmet, die bereits 1954 gestorben war. Mit einer Spieldauer von etwa 13 Minuten ist es das kürzeste seiner fünfzehn Streichquartette.

Das Werk besteht aus drei Sätzen, die ohne größere Unterbrechung ineinander übergehen. Trotz seiner Kürze wirkt das Quartett sehr konzentriert und spannungsvoll. Schostakowitsch verbindet dabei lyrische, fast intime Momente mit schroffen und teilweise grotesken Passagen.

Charakteristisch ist vor allem ein kleines musikalisches Motiv aus wenigen Tönen, das in verschiedenen Gestalten immer wieder auftaucht. Dadurch entsteht eine enge Verbindung zwischen den drei Sätzen. Gleichzeitig spielen extreme Dynamik, ungewöhnliche Klangfarben und plötzliche Stimmungswechsel eine wichtige Rolle.

Das 7. Streichquartett ist ein sehr persönliches und eindringliches Werk. Es zeigt Schostakowitschs typische Verbindung von Melancholie, Ironie und dramatischer Zuspitzung und lässt trotz seiner geringen Länge eine große emotionale Intensität entstehen.

Es spielen

Linda Leharova, Violine, Mitglied der Düsseldorfer Symphoniker,

Christian Bülte, Violine, Studium der Violine in Aachen und Göteborg

Martin Smykal, Bratsche, stv. Solobratscher des Aachener Sinfonieorchesters

Rainer Bartz, Violoncello, Lehrer für Violoncello, Kammermusik und Orchester an der Musikschule der Stadt Aachen

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