"Gott gefällt es, wenn wir was auf die Beine bringen"
Erste "church pARTy" in der Dreifaltigkeitskirche kommt bei den Jugendlichen gut an - Neben Live-Band, Breakdance, Leuchtskulpturen und Akrobatik gibt es auch ein jugendgerechtes Abendgebet - Nächste Party könnte in Forst stattfinden
"Eigentlich bin ich ja gar nicht so der Kirchenmensch", sagt Malte und lacht. "Aber der Konstrast zwischen Partylicht, Palmen und dem alten Gemäuer hier - das hat schon was!" Im schwarzen "Security"-Shirt steht der 19 Jahre alte Schüler der Montessori-Gesamtschule vor der Dreifaltigkeitskirche. Zusammen mit Basil, 17 Jahre, hat er an seiner Schule schon Unterstufenpartys organisiert und dort für die Sicherheit gesorgt. Am Samstagabend sind beide zur ersten "church pARTy" in der mehr als 100 Jahre alten Kirche an der Normaluhr gekommen, um im Security-Workshop mitzumachen und sich mal anzusehen, wie das gehen soll, so eine Party in der Kirche. Als um 22 Uhr die Unter-Sechszehnjährigen nach dem Abendgebet gehen, sind beide sich einig: "Die Location ist total super! Wenn die Junge Kirche noch mal Party macht, stellen wir den Kontakt her, dass aus unserer Schule viel mehr Leute kommen!"
Inspirierender Ort für Jugendliche und junge Erwachsene
Es sind Reaktionen wie diese, auf die das Organisatorenteam der Party rund um Guido Hinz, Claus Cremer und Willi Schönauer gehofft hat. Mit dem Projekt Jugendkirche wollen sie innerhalb der Evangelischen Kirchengemeinde Aachen ein niedrigschwelliges Angebot für kirchenferne, aber auch einen inspirierenden Ort für kirchennahe Jugendliche schaffen. Während das Programm der Party jetzt noch von ihnen teilweise mit geplant wurde, sollen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter zwischen 14 und 26 Jahren später ihre eigenen Ideen alleine umsetzen und Veranstaltungen organisieren. Sie erhalten dafür das nötige Fachwissen und bei kniffligen Dingen einen Coach.
Für die Kunst bei dieser "pARTy" sorgten am Samstag die Aachener Jugendband "Slim Jester", vier Akrobatinnen vom Schülerzirkus "Configurani", die Karlsruher Künstlerin Cosima Klischat, die Jugendliche dazu anleitete, mit ihr aus im UV-Licht leuchtenden Fäden Skulpturen anzufertigen, und die Breakdancer von der OT Sonnenschein.
Neben dem enormen ehrenamtlichen Engagement wurde die Party auch von der Aktion Mensch unterstützt, vom Initiativfonds der Ev. Kirche Aachen und von zahlreichen Firmen: der Aachener Bank (Volksbank), der STAWAG, der Maler-Firma Esser&Steffens sowie der Firma Nobis und der impetus.PR.
Buntes Leben und Segen zur Nacht
Erfreut über das bunte Leben in der alten Kirche äußerte sich bei der Party auch Pfarrer Mario Meyer, der Vorsitzende des Gesamtpresbyteriums der Kirchengemeinde Aachen. "Wir sind uns bewusst, dass wir bisher oft kein besonders jugendgerechtes Angebot gemacht haben", sagte er. "Wir wollen die Jugendlichen aber ernst nehmen, mit dem, was ihnen wichtig ist und ihnen jetzt einen Raum und Begleitung anbieten." Die Party solle nun zeigen, dass "Fete" und Religion durchaus zusammenpassen.
Dies bewies gegen Ende des Abends der Wuppertaler Jugendkirchen-Pfarrer Axel Neudorf, der früher selbst in Aachen tätig war. Zu einer kurzen Andacht versammelte er die Jugendlichen in einem Kreis, in dem jeder dem Nächsten eine Hand auf die Schulter legte und die andere in die Mitte streckte. "Gott gefällt es, wenn wir ackern und was auf die Beine bringen", rief er den Jugendlichen zu. Wer immer wieder einen neuen Anfang mache und sich für seine Ziele einsetze, dem gebe Gott dafür auch seinen Segen mit.
Wie das Projekt "Junge Kirche Aachen" sich fortsetzen wird, wollen die Organisatoren entscheiden, nachdem sie den Erfolg der ersten Party ausgewertet haben. Da die Dreifaltigkeitskirche als Standort einer Jugendkirche aber nur eine von mehreren Möglichkeiten ist, könnte die nächste "church pARTy" in der Auferstehungskirche in Forst stattfinden.
Pressetext zum Projekt Junge Kirche Aachen
Link zur Internetseite der "Jungen Kirche Aachen"
Die Seite zum Projekt bei der Evangelischen Kirchengemeinde Aachen











