Merkels Waschmaschinen-Vergleich, eine Nacht der 4000 Lichter und Abseilen vom Kirchturm

Ein Rückblick auf den 35. DEKT in Worten und Bildern - Kirchentagspräsident Barner: "Achtsamkeit jetzt teilen und weitertragen"

Etwa 2500 Veranstaltungen in fünf Tagen, für knapp 100.000 Dauerteilnehmer und weitere zehntausende Tagesgäste, darunter Angela Merkel und die Wise Guys, Joachim Gauck und Eckart von Hirschhausen, Margot Käßmann und Kofi Annan, Andreas Bourani und Frère Alois: Der 35. Deutsche Evangelische Kirchentag in Stuttgart bot in den Kirchen und Messezelten, Veranstaltungshallen und auf Freiluftplätzen eine unendliche Fülle ganz unterschiedlicher Programmpunkte. Wichtigster Zwischenstopp für alle Besucher war bei bis 36 Grad Celsius dabei immer wieder eine der Wasserzapfstellen. Und auch die Stuttgarter Bild titelte am Wochenende „Der Kirchentag war Sp…Hitze!“

"Kirche muss für junge Leute nicht langweilig sein"

Aus dem Evangelischen Kirchenkreis Aachen übernachteten etwa 200 Teilnehmer in der Heusteigschule im Stuttgarter Süden. (Die Meldung über unser "Aachener Quartier" finden Sie hier.) Eine Gruppe Pfadfinder aus der Trinitatis-Kirchengemeinde Schleidener Tal um Pfarrer Oliver Joswig war in einem weiteren Quartier untergebracht und hatte die Organisation von „Zelthalle 15“ im Zentrum für Kirchenmusik übernommen. Weitere Aachener hatten in Privatquartieren eine Unterkunft gefunden. Mit einer Gruppe diesjähriger Konfirmanden der Auferstehungskirche waren die beiden 14-Jährigen Leonie und Lara beim Kirchentag dabei. „Die Konzerte am Abend, dass überhaupt viel Musik gemacht wurde, und dass auf den Bühnen immer was los war“, fanden sie am Kirchentag am besten, wie sie auf der Rückfahrt erzählen. „Der Kirchentag beweist, dass Kirche auch für junge Leute nicht langweilig sein muss.“ Auch die Sport- und Kreativangebote im Zentrum der Jugend hätten ihnen gut gefallen, die vielen interessanten Stände auf dem Markt der Möglichkeiten und das Übernachten mit einer großen Gruppe in Klassenräumen. „Es war echt zu heiß – aber wir fahren beim nächsten Mal auf jeden Fall wieder mit zum Kirchentag!“, ist ihr Fazit.

Atmosphäre der Gemeinschaft und positive Grundstimmung

Ähnlich sieht es Maschinenbau-Doktorand Nicolai aus der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG) Aachen, der zum ersten Mal einen Kirchentag besucht hat: „Das Singen in den Gottesdiensten hat mir besonders gut gefallen“, meint er. „Weil es neuere Lieder gab als in den normalen Sonntagsgottesdiensten und weil alle Leute mit mehr Begeisterung dabei waren als sonst.“ Besonders angesprochen habe ihn auch die Bibelarbeit mit Margot Käßmann. „Sie hat konkreter und greifbarer gesprochen als andere“, sagt Nicolai. „Die Essenz war, dass Geld kein Selbstzweck ist, sondern dafür da, dass es den Menschen gut geht.“ Neben ihm im Bus zurück nach Aachen sitzt Psychologie-Studentin Laetitia. Sie sei besonders von der Veranstaltung „Menschenrechte weltweit verteidigen“ mit Salil Shetty, dem Generalsekretär von Amnesty International, beeindruckt gewesen, erzählt sie. Am Kirchentag gefalle ihr vor allem die Atmosphäre der Gemeinschaft, die positive Grundstimmung in die Gelassenheit in dieser Zeit.

"...damit wir klug werden" (Psalm 90,12)

„Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden“, lautet Psalm 90,12, aus dem die Kirchentagslosung 2015 entnommen ist, oder in der Kirchentagsübersetzung: „Unsere Tage zu zählen, das lehre uns, damit wir ein weises Herz erlangen.“ Beim Abschlussgottesdienst auf dem Cannstatter Wasen fragte Kirchentagspräsident Andreas Barner vor 95.000 Anwesenden: „Sind wir denn nach dem Kirchentag nun klüger geworden?“ und antwortete darauf, dass ein weises Herz zu erlangen auch heiße, achtsamer zu werden. Seine Antwort deshalb: „Ja, wir sind in den vergangenen Tagen ein wenig achtsamer geworden. Und dies soll nicht nur auf Stuttgart beschränkt bleiben, sondern das wollen wir auch teilen und weitertragen.“

(Text und Bilder: Caren Braun / Kirchenkreis Aachen)

 

 

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