Kirchenkreis Aachen unterstützt Diakonisches Werk, intensiviert die Jugendarbeit und macht seine Verwaltung fit für die Zukunft

Beschlüsse der Kreissynode sichern Bestehen des DW und stärken die Gemeinschaft der Gemeinden – Kirchensteueraufkommen und Mitgliederzahl auf Niveau des Vorjahres

Bei der Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Aachen haben die Delegierten in diesem Jahr besonders wichtige und weitreichende Entscheidungen getroffen: Die mehr als 100 Abgeordneten aus den Gemeinden stimmten nach einer intensiven Haushaltsberatung dafür, dem Diakonischen Werk aus Kirchenkreisrücklagen einen Zuschuss in Höhe von insgesamt bis zu 2,5 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, damit das vorgelegte Sanierungskonzept zur Erhaltung des Werkes umgesetzt werden kann. Außerdem soll die kreiskirchliche Jugendarbeit um zwei Jugendleiterstellen und eine halbe Verwaltungsstelle aufgestockt werden, um die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Kirchenkreis und für die Gemeinden zu sichern und fortzuführen. Zur Umsetzung der gesetzlich vorgeschriebenen Verwaltungsstrukturreform und der Angleichung des seit Jahren strukturell nicht ausreichend gedeckten kreiskirchlichen Haushalts wird dabei die kreiskirchliche Umlage von 31 auf 38 Prozent erhöht. Sie beträgt dann 3,25 Millionen Euro (im Vorjahr 2,68 Millionen).

Gemeinden und Gremien zeitgemäß beraten und begleiten

Pfarrer Erik Schumacher, der Vorsitzende des Finanzausschusses erläuterte zu diesen Beschlüssen: „Das geplante Jahresergebnis betrug im vorigen Jahr minus 230.000 Euro. Dies ist ein strukturelles Defizit, weil der Kirchenkreis schon in den Vorjahren zusätzliche Serviceleistungen für die Gemeinden erbracht hat, die im Haushalt nicht ausgeglichen wurden, zum Beispiel in Form einer Architektenstelle oder durch Personalanpassungen in der Finanzabteilung. Dazu kommt ab dem Jahr 2018 die beschlossene Intensivierung der Jugendarbeit, die noch einmal 170.000 Euro pro Jahr kostet. Und von Seiten des Landeskirchenamtes sind wir gezwungen, eine Verwaltungsstrukturreform umzusetzen, die weitere Kosten verursacht. Hinzu kommen zum Beispiel Aufwendungen für die gesetzlich vorgeschriebene IT-Sicherheit. Dies alles macht die schon seit mehreren Jahren angedachte Erhöhung der kreiskirchlichen Umlage nötig, damit die Verwaltung auch in Zukunft ihre Aufgaben erfüllen und damit die Gemeinden und Gremien zeitgemäß beraten und begleiten kann.“

Solidarität mit den Mitarbeitenden des Diakonischen Werks

Besonders wichtig, natürlich auch für dessen Mitarbeitende, war der Beschluss der Synode über die Unterstützung des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Aachen, das in eine schwere wirtschaftliche Krise geraten ist. Der nun gewährte Zuschuss von Seiten des Kirchenkreises sichert dort Arbeitsplätze, die sonst weggefallen wären, sowie auch die betreffenden Hilfsangebote für die Bevölkerung. „Wir zeigen mit diesem Beschluss unsere Solidarität mit den Mitarbeitenden des Diakonischen Werks“, sagte Superintendent Hans-Peter Bruckhoff nach dem Beschluss. „Wir sind uns einig, dass sowohl im Blick auf die Mitarbeitenden und die Arbeit des DW als auch im Blick auf die finanziellen und inhaltlichen Auswirkungen für den Kirchenkreis eine Insolvenz des DW unbedingt zu vermeiden war. Ich bin sehr froh, dass dieser Beschluss nun den Fortbestand sichert und mit dem Sanierungskonzept zeitnah eine wirtschaftlich tragfähige Struktur erreicht wird, bei der auch der diakonische Auftrag des Werks gewahrt bleibt.“

Angebote für die Jugendlichen vor Ort sichern

Jugendreferent Axel Büker äußerte sich nach dem Beschluss ebenfalls zufrieden. „Kernpunkt unseres Konzeptes ist die Ausstattung des Jugendreferates mit drei vollen pädagogischen Stellen“, erläuterte er. „Weil viele Gemeinden in den vergangenen Jahren Jugendleiterstellen abbauen mussten, springen wir als Kirchenkreis nun ein und gewährleisten attraktive Angebote für die Jugendlichen im Kirchenkreis. Darunter sind zum Beispiel Ferienspiele und Freizeiten für Kinder und Jugendliche, Schulungen von Ehrenamtlichen und Erlebnispädagogik. Dies kommt ganz konkret den Jugendlichen in den Gemeinden zugute und stärkt auch die Gemeinschaft der Gemeinden im Kirchenkreis.“

Geringere Einnahmen als andere Kirchenkreise

Der Kirchenkreis Aachen zählte zum Stichtag in diesem Jahr 78.762 Kirchenmitglieder und wies damit ein ganz leichtes Plus im Vergleich zum Vorjahr (78.674) auf. Das Kirchensteueraufkommen bleibt mit 19 Millionen Euro ebenfalls auf dem Niveau des Vorjahres. Der Kirchenkreis Aachen wird von der Rheinischen Kirche aus dem übersynodalen Finanzausgleich unterstützt, weil seine Einnahmesituation deutlich unterdurchschnittlich ist. Aus diesem Finanzausgleich erhält der Kirchenkreis Aachen im Jahr 2018 rund 2,67 Millionen Euro und damit 12 Prozent mehr als im Jahr 2017.

(Text: Schumacher/Braun)

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