13.03.2018

„Mit viel Sorgfalt, Mühe, Liebe und Erfolg unterwegs“

Der Familiengottesdienst zum Thema "Arche" zog Große und Kleine in seinen Bann.
Der Familiengottesdienst mit Pfarrer Studemund zum Thema "Arche" zog Große und Kleine in seinen Bann.(Foto: G. Großmann)

Kirchenkreis-Leitung besucht Gemeindebereich Aachen-Süd – Konstruktive Gespräche vor allem zu Jugendarbeit, Stadtteilentwicklung und Ökumene

Pfannkuchen-Challenge und Posaunenchor, Frühlingsblumen-Pflanzen und ökumenischer Kanzeltausch, Erzählcafé, Familien-Gottesdienst und Gemeindeversammlung – das waren nur einige der vielfältigen Eindrücke, mit denen der Gemeindebereich Aachen-Süd sich am Wochenende den Gästen aus dem Kirchenkreis präsentierte. Denn bei einer sogenannten Visitation besuchte das Leitungsgremium des Kirchenkreises den Gemeindebereich, um sich zu informieren und ins Gespräch zu kommen: mit Pfarrstelleninhabern und Gemeindegliedern, Haupt- und Ehrenamtlichen sowie Kooperationspartnern und Interessierten.

In der Emmauskirche stellten sich die diesjährigen Konfirmanden vor.
In der Emmauskirche stellten sich die diesjährigen Konfirmanden vor.(Foto: C. Braun)

Im Mittelpunkt standen dabei drei Schwerpunktthemen unter dem Stichwort „Grenzüberschreitung“: die Konfirmandenarbeit und deren Übergang in die Jugendarbeit (am Standort Immanuelkirche), die Stadtteilentwicklung und Vernetzung der Kirche mit dem Stadtteil (am Standort Auferstehungskirche) sowie die ökumenische Zusammenarbeit mit den katholischen Gemeinden (am Standort Emmauskirche).

Im Gottesdienst an der Auferstehungskirche sang die Kantorei.
Im Gottesdienst an der Auferstehungskirche sang die Kantorei und es spielte der Posaunenchor.(Foto: O. Carbow)
Während des Gottesdienstes in der Emmauskirche pflanzten dort die "Konfi-Starter" Frühlingsblumen, die zu Ostern blühen sollen.(Foto: C. Braun)
Pfarrer Obrikat leitete die Gemeindeversammlung in der Emmauskirche.
Pfarrer Obrikat leitete die Gemeindeversammlung in der Emmauskirche.(Foto: C. Braun)

Drei Lösungsansätze für Herausforderungen der Zukunft

„Wir alle stehen miteinander vor der Herausforderung, dass die Kirchenmitgliedschaft zurückgeht und die Bevölkerung sich verändert“, sagte Pfarrer Martin Obrikat am Sonntag zu Beginn der Gemeindeversammlung in der Emmauskirche. „Deshalb stellen wir uns die Frage: Wie reagieren wir darauf? Wie wollen wir uns in Zukunft aufstellen? Welches Gesicht wollen wir haben? Wie entwickeln wir uns?“ Als Antworten hat der Gemeindebereich drei Arbeitsfelder besonders in den Blick genommen: den Kontakt zu Kindern und Jugendlichen und ihre weitere Einbindung in das kirchliche Leben auch über die Konfirmation hinaus, die Vernetzung mit Partnern wie Kitas, Schulen, Senioren- und inklusiven Einrichtungen in der unmittelbaren Nachbarschaft sowie die vertiefte Zusammenarbeit mit den katholischen Schwestergemeinden.

Die KSV-Mitglieder stellten sich vor.
Die KSV-Mitglieder stellten sich vor.(Foto: C. Braun)

Besuch und Berichte interessant für beide Seiten

Teil der Visitation waren außerdem eine Presbyteriumssitzung in Anwesenheit der Besucher aus dem Kreissynodalvorstand (KSV) und einzelne Gespräche mit dem Presbyterium und mit den Pfarrstelleninhabern. „Eine Visitation ist für eine Gemeinde die Gelegenheit, einmal aufzuräumen und auch selbst zu schauen: Wo stehen wir?“, sagte Superintendent Hans-Peter Bruckhoff mit einem Augenzwinkern zu den Gastgebern. Teil der Visitation seien nicht nur die beiden Besuchstage selbst, sondern auch die Berichte der Gemeinde an den KSV im Vorfeld, sowie die Berichte der Synodalbeauftragten über die Arbeitsfelder der Gemeinde, erläuterte er.

Dem Gottesdienst in der Auferstehungskirche wohnten Superintendent Bruckhoff, Roswitha Rienäcker und Malte Duisberg bei.
Dem Gottesdienst in der Auferstehungskirche wohnten Superintendent Bruckhoff, Roswitha Rienäcker und Malte Duisberg (v.l.) bei. Zu Beginn erläuterte der Superintendent kurz, worum es sich bei einer Visitation handelt.(Foto: O. Carbow)

Besonders hob der Superintendent hervor, dass die Leitung des Kirchenkreises und der Besuch der Gemeinden in der evangelischen Kirche nicht durch abgehobene „Funktionäre“ erfolge, sondern durch Frauen und Männer aus den anderen Gemeinden des Kirchenkreises, die selbst konkrete Erfahrungen aus ihren eigenen Zusammenhängen einbringen können.

"Solche Standorte sind wichtig für unsere Gesellschaft!"

Bezogen auf seine Eindrücke aus dem Gemeindebereich Aachen-Süd resümierte Bruckhoff: „Sie sind mit viel Sorgfalt, Mühe, Liebe und Erfolg unterwegs. Das bekommen die Menschen mit, nicht nur die aktiven Gemeindeglieder, sondern auch Menschen, die nicht oder nur selten zum Gottesdienst gehen. Solche Standorte in unserer Gesellschaft aufrechtzuerhalten, ist wichtig!“

Das Pfannkuchen-Essen für Ehrenamtliche der Gemeinde und die Gäste war die Erfüllung einer "Konfi"-Challenge für die 13 Konfirmanden der Emmauskirche.
Das Pfannkuchen-Essen für Ehrenamtliche der Gemeinde und die Gäste auszurichten, war die Erfüllung einer "Konfi"-Challenge für die 13 Konfirmanden der Emmauskirche.(Foto: C. Braun)

Der ganze KSV habe die im Bereich Aachen-Süd geleistete Arbeit beeindruckend gefunden und er könne nur sagen: „Sie machen ein Angebot auf der Höhe der Zeit!“

Viel Lob für Arbeit der Gemeinde

Auch die einzelnen KSV-Mitglieder, die in den verschiedenen Arbeitsgruppen und in den drei Gottesdiensten anwesend waren, spendeten viel Lob. „Hier gibt es wirklich eine super Konfi-Arbeit“, sagte zum Beispiel Claudia Immendorf. An den drei Kirchen des Bereichs sei diese mit ganz unterschiedlichen Konzepten gestaltet, immer jedoch mit Unterstützung jugendlicher Teamer, die den Jüngeren zur Seite stehen. „Ich habe mich gefreut, dass der Bereich Aachen-Süd unser Jugendgästehaus Monschau sehr schätzt und finde auch die neuen Möglichkeiten der Vernetzung von Konfi-Arbeit und Junger Kirche spannend“, so Immendorf. 

Pfarrer Ulrich Schuster (ganz links), Matthias Quarch und Pfarrer Jens-Peter Bentzin beim Gottesdienst an der Immanuelkirche.
Pfarrer Ulrich Schuster (ganz links), Matthias Quarch und Pfarrer Jens-Peter Bentzin beim Gottesdienst an der Immanuelkirche.(Foto: G. Großmann)

Besonders gut gefiel den Gästen auch der Familien-Gottesdienst an der Immanuelkirche. „Genau so sollte es sein, mit Anteilen für Kleine und Große und einer tollen Predigt“, sagte Pfarrer Ulrich Schuster. Und Matthias Quarch meinte: „Der Gottesdienst heute Morgen war ganz wunderbar, und ich bin dankbar für die großartige ökumenische Botschaft unseres Gastpredigers Frank Hendriks.“

Nicht nur in der Arbeitsgruppe Ökumene waren katholische Gäste vertreten: Im Gottesdienst an der Immanuelkirche hielt Pfarrer Frank Hendrik (r.) bei einem Kanzeltausch die Predigt.
Nicht nur in der Arbeitsgruppe Ökumene waren katholische Gäste vertreten: Im Gottesdienst an der Immanuelkirche hielt Pfarrer Frank Hendriks (r.) bei einem Kanzeltausch die Predigt.(Foto: G. Großmann)

Ökumenische Teilnehmer sind etwas Besonderes

Pfarrer Andreas Hinze hatte sich am Vortag an der Arbeitsgruppe Ökumene beteiligt, da dies auch einer seiner Arbeitsschwerpunkte in seiner Heimatgemeinde Stolberg ist. „Es war etwas Besonderes, dass am Samstagnachmittag auch zwei katholische Priester bei der Visitation anwesend waren“, sagte er. „Wir sind überzeugt: Die Zukunft des Christentums kann nur ökumenisch sein! Aber wie dies hier jetzt gelebt wird, ist hochinteressant.“ Wie Pfarrerin Monica Schreiber erläutert hatte, ist die katholische Gemeinde St. Katharina schon seit zweieinhalb Jahren in der Emmauskirche zu Gast, weil ihre Kirche „Christus unser Friede“ baufällig ist.

Die Emmauskirche an der Sittarder Straße beherbergt seit zweieinhalb Jahren auch die katholische Schwestergemeinde.
Die Emmauskirche an der Sittarder Straße beherbergt seit zweieinhalb Jahren auch die katholische Schwestergemeinde.(Foto: C. Braun)

So gebe es nun drei katholische Messen pro Woche in der Emmauskirche, auch katholische Schulgottesdienste und viele Angebote. Ein neuer Gemeindebrief-Einleger fasst jetzt sowohl evangelische als auch katholische Angebote zusammen – die allen Interessierten offen stehen - ohne zu vermerken, von welcher der beiden Gemeinden sie ursprünglich gemacht werden. Außerdem denke man über verstärkte Zusammenarbeit im bei Senioren und Neuzugezogenen nach. Auch Möglichkeiten baulicher Veränderungen würden besprochen.

An der Auferstehungskirche findet jeden Sonntag parallel zum Gottesdienst ein Kindergottesdienst statt.
An der Auferstehungskirche findet jeden Sonntag parallel zum Gottesdienst ein Kindergottesdienst statt.(Foto: O. Carbow)

Größter Sanierungsstau an der Auferstehungskirche

Ein geplanter Umbau stand auch im Mittelpunkt der Gespräche über die zukünftige Arbeit der Auferstehungskirche. Dort habe sich nun unter den Aachener Kirchen der größte Sanierungsstau gebildet, sagte Pfarrer Martin Obrikat. Um die Potentiale des Standorts zu nutzen, wolle man die Vernetzung mit den Nachbarn wie Hauptschule, Kita, Lebenshilfe und Seniorenberatung weiter stärken. Durch eine Neugestaltung solle die Gemeindearbeit im Untergeschoss zusammengezogen werden. Es solle einen barrierefreien Zugang sowie eine neue Begegnungsfläche geben, auch für inklusive Arbeit.

„Dies alles wird eine Menge Geld kosten“, weiß Pfarrer Obrikat. Doch sei die Investition gerechtfertigt, da er immer wieder erlebe, dass solche Orte der Begegnung gebraucht würden. Die Gespräche bei der Visitation über die Vorhaben habe er als sehr konstruktiv und motivierend empfunden. „Für mich war es ein sehr aufbauendes und gewinnbringendes Wochenende“, so Obrikat.

(Text: C. Braun / Kirchenkreis)

Der Posaunenchor der Kirchengemeinde Aachen unter Leitung von Christoph Land spielte im Gottesdienst an der Auferstehungskirche.
Der Posaunenchor der Kirchengemeinde Aachen unter Leitung von Christoph Land spielte im Gottesdienst an der Auferstehungskirche.(Foto: O. Carbow)
Im Gottesdienst an der Emmauskirche waren die KSV-Mitglieder Claudia Immendorf, Marion Timm, Rolf Gündel und Pfarrer Andreas Hinze anwesend.
Im Gottesdienst an der Emmauskirche waren die KSV-Mitglieder Claudia Immendorf, Marion Timm, Rolf Gündel und Pfarrer Andreas Hinze anwesend.(Foto: C. Braun)
Nach dem Gottesdienst beglückwünschte Pfarrerin Schreiber ihren Organisten Sebastian Schmidke zur Aufnahme an einer Musikhochschule.
Nach dem Gottesdienst beglückwünschte Pfarrerin Schreiber ihren Organisten Sebastian Schmidke zur Aufnahme an einer Musikhochschule.(Foto: C. Braun)
Pfarrerin Monica Schreiber
Pfarrerin Monica Schreiber(Foto: C. Braun)
Pfarrer Frank Hendriks von der katholischen Pfarrei St. Gregor von Burtscheid predigte bei einem Kanzeltausch in der Immanuelkirche.
Pfarrer Frank Hendriks von der katholischen Pfarrei St. Gregor von Burtscheid predigte bei einem Kanzeltausch in der Immanuelkirche.(Foto: G. Großmann)
Beim Familiengottesdienst zum Thema "Arche" waren alle zum Mitmachen aufgefordert.
Beim Familiengottesdienst zum Thema "Arche" waren alle zum Mitmachen aufgefordert.(Foto: G. Großmann)
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Losung für den 11.12.2018:
Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde! Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen! Denn der HERR hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden.
Jesaja 49,13
Christus Jesus wurde für uns zur Weisheit durch Gott und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung.
1.Korinther 1,30