Liebe Leserinnen und Leser,
kurz vor Ostern überlegen Sie vielleicht noch, an welchen Tagen Sie wo einen Gottesdienst besuchen werden? Oder Sie sind schon längst entschieden: der ganz traditionelle Gottesdienst zu Karfreitag, zuvor das Tischabendmahl zu Gründonnerstag in einem Gemeindehaus und natürlich der Ostermorgen um fünf oder sechs Uhr in der dunklen Kirche, die dann nach und nach mit dem Osterlicht und der Osterbotschaft erhellt wird. Soweit, so normal…
Diese Vielfalt an Gottesdienstangeboten findet sich in unseren Gemeinden im Kirchenkreis auch das ganze Jahr über. So gibt es zum Beispiel im Süden, im Schleidener Tal, seit einigen Jahren die 1717-Gottesdienste. Das ist zum einen die Uhrzeit 17.17 Uhr (aber auch schon mal 14.14 Uhr oder 18.18 Uhr), und auch ein Hinweis für die Gemeinde, dass etwas Besonderes geschieht. Unter anderem gab es Gottesdienste zu den Themen Schlager, Grillen, Kaffee oder Männer. Wir feierten Gottesdienste auf der Eisvogelwiese, zum Thema Regenbogen (Das Leben ist vielfältig) oder als Rave unter dem Motto “Between Heaven and Bass”. Viele dieser Gottesdienste kann man auch noch auf dem YouTube-Kanal @eivelkirche anschauen.
Was beim ersten Lesen vielleicht ziemlich zufällig wirkt, ist das Ergebnis von Menschen in der Gemeinde – jung und älter – die mit ihren Ideen völlig neue Gottesdienstformate entwickeln. Immer mit biblischem Bezug entdecken wir oft interessante Details, die dem/der geneigten Bibelleser*in erstmal verborgen bleiben. Denn Jesus war auch Grillmeister:
Als sie an Land kamen, sahen sie dort ein Kohlenfeuer brennen. Darauf brieten Fische, und Brot lag dabei. Jesus sagte zu ihnen: »Bringt ein paar von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt.« (Johannes 21,9f., Basisbibel)
So, wie wir uns zu Ostern über die Gottesdienstvielfalt freuen, ist es auch im Gegenüber der vorgestellten Gottesdienstformate mit den liturgisch festen Gottesdiensten (zumeist) am Sonntagmorgen. So wie unsere Gemeinden immer bunter werden, dürfen wir das auch in unseren Gottesdienstformaten abbilden. Da gibt es dann auch kein besser oder schlechter, sondern die Einladung, sich einfach mal darauf einzulassen – das tut dann auch nicht weh, versprochen!
Pfarrer Oliver Joswig, Trinitatis-Kirchengemeinde Schleidener Tal