Was für ein Vertrauen (2. Könige 18,19)

"Was für ein Vertrauen" - Das sagt ein Heerführer der Assyrer zu einem israelitischen König. „Was ist das für ein Vertrauen, das du da hast? Meinst du, bloße Worte seien schon Rat und Macht zum Kämpfen? Auf wen verlässt du dich denn, dass du von mir abtrünnig geworden bist?“ (2. Könige 18,19-20, Luther 2017)

Also: Kämpfen oder Beten? Oder darf man die Frage so nicht stellen? „Ein Christ, der ist nur fromm, hilflos, edel, gut. Der muss nicht selbst was tun, weil Gott schon alles tut!“  

Nein, Gott glauben hat Konsequenzen. Der König verlässt seine Komfortzone der Macht des Befehlens, was ihn sonst im wahrsten Sinne des Wortes aus der Schusslinie heraushalten würde, und vertraut dem Boten Gottes. Das ist nicht alltäglich.

„Auf wen verlässt du dich denn, dass du von mir abtrünnig geworden bist?“ Was würden wir antworten, wenn Politiker und Geschäftsleute dieser Tage uns danach fragen?  Aus deren Sicht ist so ein Verhalten doch ein Vertrauensbruch.

Genau das stellen Gesellschaftswissenschaftler heute in Deutschland fest: Einen Vertrauensbruch der Bevölkerung in die herrschenden Strukturen und Systeme. Nach jeder Wahl kann man das hören. Die Überschriften in Zeitungen beginnen dann so: „Das Ende der/die/des…“ Sie können den Satz selbst fortführen: „europäischen Union“, „Wohlstandes“, „SPD“ – suchen sie sich was aus, die Aufzählung ist nicht vollständig.

Ja, unsere Welt wandelt sich, wieder einmal.  Alte Strukturen und Vereinbarungen müssen überdacht und neu ausgehandelt werden. Wir müssen eine Antwort darauf finden, worauf wir in dieser Entwicklung vertrauen und müssen versuchen, danach zu handeln. Das fordert uns, aus der eigenen Komfortzone heraus zu treten. Der Prozess, Kirche des gerechten Friedens zu werden, ist so ein Versuch. Er fällt uns nicht leicht und es sind viele Hindernisse da. Aber wir vertrauen darauf, dass wir dem Ziel zusammen und mit Gottes Hilfe ein Stück näherkommen können. 

(Text: Axel Büker)

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