Partnerschaft in der Euregio

In der Nachfolge der Euregio-Pfarrstelle setzt sich die Synodalbeauftragte für Euregio-Fragen dafür ein, die Kontakte zu den Nachbargemeinden in Belgien und den Niederlanden zu halten und auszubauen. Unterstützt wird sie dabei von einem Arbeitskreis aus Gemeindeältesten und Pfarrern und Pfarrerinnen, die im Bereich der Euregio tätig sind. Etwa alle zwei Jahre findet ein "Dreiländertag" statt, ein kleiner Kirchentag, der Gemeindegliedern aus dem Dreiländereck Gelegenheit gibt, miteinander über Grenzen hinweg Gottesdienst zu feiern und sich kennenzulernen.


Einladung zu einem grenzübergreifenden Abendgebet in der Euregio

Per Zoom können am Samstag, 24. April, 17 Uhr, alle Interessierten teilnehmen

Am Samstag, 24. April, feiern wir mit den Protestantischen/Evangelischen Kirchen im Deutsch-Belgisch-Niederländischen Euregio-Gebiet eine Vesper. Leider können wir nicht in einem Raum unserer Kirchen zusammenkommen, deswegen feiern wir diesmal ein Abendgebet online per ZOOM. 
Das Thema ist: ‚Sabbat als Tag des Friedens in der Stille der Coronazeit‘. Anfang: 17 Uhr. Die Sprache ist Deutsch/Niederländisch. Jede und jeder ist herzlich eingeladen.
Nach der Vesper können wir einander online begegnen – bringt dafür selbst etwas zu trinken mit.

Ab 16.50 Uhr ist dieser ZOOM-link online:
https://us02web.zoom.us/j/83057301810?pwd=MTVWWWV5TWloaklxRFdVWC8rTjJNQT09

Meeting ID: 830 5730 1810
Passcode: 409948


Euregionale Ökumenische Konferenz

Gelegenheit zum Austausch und gemeinsamen Lernen bieten die jährlich stattfindenden "Euregionalen Ökumenischen Konferenzen". Das sind Studientage, die offen sind für alle und sich mit einem spirituellen oder diakonischen Thema beschäftigen, das grenzüberschreitend von Interesse ist. In diesem Jahr fand diese zum ersten Mal in digitaler Form per Zoom statt. Das Thema lautete „Einsamkeit“ - Darüber spricht man doch nicht, oder?.

Eine euregionale ökumenische Konferenz und dann noch mit dem Thema „Einsamkeit“ - geht das denn überhaupt online? Ja es geht!  Am Freitag, 19. März , nahmen 73 Menschen aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland digital per Zoom an der Konferenz teil. Die beiden Hauptvorträge ergänzten sich hervorragend: Prof. Dr. Andreas Wittrahm (Leiter Sozialpolitik, Caritasverband Bistum Aachen) referierte über die Einsamkeit, die für Menschen belastbar ist, weil sie sich selbst ausgeschlossen fühlen oder weil sie psychologisch eine mangelnde Bindungsfähigkeit haben.

Er verdeutlichte, welche Auswirkungen eine unsichere Bindung für die Betroffenen bedeutet. Wer in der Kindheit die Erfahrung macht, entwertet zu werden oder ausgeschlossen zu sein, ist weniger in der Lage Beziehungen zu knüpfen.  Das Gefühl, dass die Welt einen nicht (mehr) gebrauchen kann, dass der Lebensentwurf als gescheitert empfunden wird, kann zum Beispiel bei einem erwachsenen arbeitslosen Menschen zu einer „erbärmlichen Einsamkeit“ führen, bei der Scham und mangelnder sozialer Austausch miteinander gepaart gehen. Einsamkeit als Schicksal verlangt Widerstand gegen die Schicksalsfaktoren, also z.B. gegen die Arbeitslosigkeit. Einsamkeit als biografische Bürde ruft nach dem Gestalten einer ökologischen Nische. Prof. Wittrahm zitierte dazu ein Gedicht:

Treten Sie ein, legen Sie Ihre
Traurigkeit ab, hier
dürfen Sie schweigen

(Reiner Kunze, Einladung zu einer Tasse Jasmintee (1967); in: Brief mit blauem Siegel, Leipzig 1974, 29)

Einsamkeit gibt es in jedem Lebensabschnitt

Die Beispiele, die Prof. Wittrahm anführte - sich einsam in einer Partnerschaft fühlen, Einsamkeit nach Verlusterfahrungen, Einsamkeit im Sterben – verdeutlichten, dass es in jedem Lebensabschnitt Einsamkeitserfahrungen gibt. Sein Fazit am Ende lautete kurz und bündig: „Einsam bin ich, mache ich mich, werde ich gemacht.“ Um der ungewollten Einsamkeit wenigsten zeitweise zu entkommen, braucht es eine Einladung zur Teilhabe - mit Interesse, Mut, Akzeptanz und Bescheidenheit, denn es gelingt nur, „wenn die Betroffenen sich ihrerseits auf Beziehungsangebote einlassen können und wollen“.

Pfarrer Hans Kling (Krankenhausseelsorge, Universitätsklinik Maastricht) knüpfte in seinem Vortag „Einsamkeit im Krankenhaus“ dran an und beschrieb, wie Brüche im Leben das eigene Weltbild und damit auch die Lebensziele, die ein Mensch hatte, verändern oder sogar zum Einsturz bringen können. Die Welt, die vorher als gut und sinnvoll empfunden wurde, erscheint plötzlich nicht mehr verlässlich. Der Mensch, der seine Aufgaben hatte, fühlt sich als Last und fragt nach dem Sinn. Wie kann es gelingen weiterzuleben und die gemachte Erfahrung in das Weiterleben zu integrieren? Was gibt Sinn in dem Geschehen? Eindrucksvoll berichtete ein Patient B.K. von seiner schweren Coronaerkrankung im Frühjahr 2020. Aus einem aktiven Leben war er von einem auf den anderen Tag herausgerissen worden. Eindrucksvoll schilderte er seine Erfahrungen auf der Intensivstation und im sozialen Umfeld und wie sehr es ihm geholfen hat, die geduldige und immer wieder nachfragende Zuwendung von Pflegekräften zu erfahren.

Bedeutung von Tieren für einsame Menschen

Sein Leben hat sich verändert, er kann nicht mehr an die bisherigen Aktivitäten anknüpfen, hat aber neue Aufgaben und Zukunftsperspektiven gefunden. Sein sehr bewegendes Beispiel zeigte, wie wichtig es ist, dass Menschen in der Krise menschlich und würdevoll behandelt werden und die Gelegenheit haben, zu Wort zu kommen und ihre Geschichte zu erzählen. Das hilft, eine Krise zu bewältigen und sich an eine neue Situation anpassen zu können. In vier Arbeitsgruppen gaben kompetente Referent*innen weiterführende Impulse zum Thema „Einsamkeit in der Altenhilfe zu Coronazeiten“ oder zur „Aktuellen Situation in den Niederlanden“. Ebenso erweiterte die Sicht auf die selbstgewählte Einsamkeit in Form von Exerzitien oder auf den therapeutischen Einsatz und die Bedeutung von Tieren für einsame Menschen die Perspektive auf ein noch längst nicht erschöpfend behandeltes, aktuelles und wichtig bleibendes Thema.

Positive Resonanz trotz Distanz

Auch wenn die zwischenmenschlichen Begegnungen bei einer Tasse Kaffee und beim Mittagessen fehlten und die direkten mehrsprachigen Gespräche in den Workshops sehr eingeschränkt waren, gab es am Ende viel positive Resonanz auf die erste Online-Euregiokonferenz. Ein großer Dank gilt den Mitarbeiterinnen der Caritas vom Bistum Aachen, insbesondere Anna Kohlway im Vorbereitungsteam, die für eine angenehme Moderation und einen reibungslosen Verlauf sorgten. Nun hoffen wir alle, dass wir im kommenden Jahr einander grenzübergreifend wieder näherkommen und an einem Ort zusammen tagen können.


Europa – Quo vadis?

Belgisch-Deutscher Konvent 2019

Wohin entwickelt sich Europa? Und was ist der Beitrag der Kirchen? Zu diesem Thema tagte der Belgisch-Deutsche- Konvent vom 28. bis 31. August 2019 in der belgischen Abtei Drongen (Gent). Den Auftakt bildete ein Bericht aus der Vereinten Protestantischen Kirche in Belgien (VPKB), durch Präsident Steven Fuite, dem Vorsitzenden der Synode der VPKB. Die VPBK ist Mitglied in der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK), in der Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) und im Weltrat Methodistischer Kirchen und pflegt mehrere Kontakte u.a. zur EKiR. Dass die Kirche ein liberales Profil zeigt (z.B. Zulassung Homosexueller zum Pfarramt), beschert ihr viel Widerspruch, macht aber zugleich auch ihre protestantische Identität aus. Die VPKB bemüht sich darum, so Fuite, eine Kirche zu sein, die zeitgemäß das Evangelium verkündigt.


Euregionale Ökumenische Konferenz 2019: Kirchen in der Euregio berieten über Umgang mit "Angst und Aggression"

Euregionale Ökumenische Konferenz tagte im Haus der Evangelischen Kirche in Aachen - Polizisten, Seelsorger und Pflegende oft Ziel von Übergriffen

Übergriffe auf Rettungskräfte, Feuerwehrleute sowie Polizistinnen und Polizisten werden medial breit diskutiert. Doch nicht nur diese Personengruppen sind Aggressionen ausgesetzt, sondern auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Notfallseelsorge, Pflege, Schule und Kirche. Woher die Aggression von Menschen gegen diese Berufsgruppen kommt, die doch vor allem Hilfen und Schutz anbieten, und wie die  Betroffenen mit der Angst davor umgehen können, war ein Thema der Euregionalen Ökumenischen Konferenz 2019. Teilnehmende aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden diskutierten dabei auch, welchen Beitrag die Kirchen in der Euregio leisten können, um Angst und Aggression entgegenzuwirken.

Einen ausführlichen Bericht über die Euregionale Ökumenische Konferenz 2019 finden Sie hier.


Protestanten aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden feierten Dreiländertag "Schließt Frieden und nicht Grenzen"

„Wir dürfen den Traum von Frieden und Freiheit nicht aufgeben“ - Gottesdienst und buntes Programm in Eupen

Mit einem mehrsprachigen Gottesdienst in der Eupener Friedenskirche und anschließendem Programm feierten Protestanten aus der Euregio einen bunten Dreiländertag. Das gegenseitige Kennenlernen und der Austausch über Länder- und Sprachgrenzen hinweg standen dabei im Mittelpunkt. Der Einladung waren mehr als 80 Teilnehmende gefolgt, vor allem aus Eupen, Vaals, Aachen, Geleen und Gulpen sowie aus dem Kirchenkreis Jülich. Das alle zwei Jahre in jeweils einem anderen Euregio-Land ausgerichtete Treffen stand dieses Mal unter dem Jahresthema Frieden: „make peace not borders – faire la paix et non les frontières – sluit vrede geen grenzen – schließt Frieden und nicht Grenzen“.

Bunte Armbänder und Friedensgruß ausgetauscht

„Wir wollen mit Gottes Hilfe Grenzen überwinden und Frieden schaffen, und wir fangen hier damit an, indem wir gemeinsam das Abendmahl feiern, das Mahl des Friedens, das alle Grenzen überwindet“, sagte Pfarrerin Bärbel Büssow im Gottesdienst, zu dem alle aus dem internationalen Vorbereitungs-Team etwas beigetragen hatten. Besonders gut kam bei den Gottesdienstbesuchern die Idee an, bunte Armbänder zu verteilen, eine Geschichte aus dem vierfarbigen „Viertelland“ erzählen und anschließend alle Anwesenden untereinander die Bänder mit einem Friedensgruß tauschen zu lassen. Vor der Kirche zeigte außerdem die Junge Kirche (JuKi) Aachen Präsenz: Eine sechsköpfige Gruppe hatte sich zuvor mit den Themen Frieden und Freiheit in Europa beschäftigt und dazu Spanplatten mit buntem Graffiti besprüht. Sarah Emmel und Kim von Kannen stellten das Ergebnis und ihre Gedanken dazu nach dem Gottesdienst vor. „Jeder ist anders, das macht uns so vielfältig, und wir können so viel entdecken und voneinander lernen“, sagte Sarah Emmel. „Aber in Europa werden wieder Rufe laut, neue Grenzen zu schaffen. Wir dürfen unseren Traum von Frieden und Freiheit jetzt nicht auf aufgeben!“


Euregionale Ökumenische Konferenz 2018: "Hilfst du mir ... beim Sterben?" Recht auf Leben - Recht auf Sterben?

100 Christen aus drei Ländern diskutierten über Sterbehilfe - Tötung auf Verlangen hat in Belgien und den Niederlanden stark zugenommen

Bei der euregionalen ökumenischen Konferenz im Kloster Wittem am 20. April 2018 gingen etwa 100 Teilnehmende verschiedenen Fragestellungen zum Thema Sterbehilfe nach. Während in Deutschland das Gesetz zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung (2015) die Beihilfe zum Suizid einschränkt und Euthanasie verboten ist, ist die aktive Sterbehilfe – vollzogen durch einen Arzt - in Belgien (seit 2002) und den Niederlanden (seit 2001) erlaubt, wenn die im Gesetz festgelegten Bedingungen erfüllt sind; es wird auch Minderjährigen (in Belgien unbegrenzt, in den Niederlanden ab 12 Jahren) das Recht auf Euthanasie eingeräumt.

Zuwendung und gute Pflege lassen Sterbewunsch oft verschwinden

Die Konferenz zeigte deutlich: Das Thema Sterbehilfe und Euthanasie ist ein aktuelles und aktuell bleibendes Thema. Die Diskussionen in den verschiedenen Arbeitsgruppen zeigten, dass es weiterhin einer breiten gesellschaftlichen Debatte über Sterben und Tod, über Pflege und Würde des Menschen bedarf. Christen und Christinnen verschiedener Konfessionen und über Landesgrenzen hinweg betonten, wie wichtig es sei, für die Würde von Menschen einzutreten und den gesellschaftlichen Respekt vor dem Leben der Schwachen und Sterbenden zu fördern.


Euregionaler Dreiländertag in Aachen

Am 26.06.2016 fand in Aachen der Euregionale Dreiländertag statt. Einen ausführlichen Bericht finden Sie hier


Friedensgebet der Ökumenischen Plattform in der Euregio Maas-Rhein (B/D/NL) zur Asyl-und Flüchtlingspolitik

Am Sonntag, den 3. Februar 2014 fand im Aachener Dom ein ökumenisches Friedensgebet zur Asyl-und Flüchtlingspolitik der Ökumenischen Plattform in der Euregio Maas-Rhein (B/D/NL) statt. Zuvor hatte die Gruppe bereits eine dreisprachige Resolution zu dem Thema veröffentlicht.

Die Flüchtlingsresolution (2014) als Download

Zur Meldung, die zur Pressekonferenz entstand

Zur Meldung über den Gottesdienst im Dom

NEU:

Appell der Euregionalen Flüchtlingsplattform von 2016

Synodalbeauftragte für Euregio-Fragen

Die Kreissynode wählt Beauftragte für einzelne Arbeitsgebiete für die Dauer von 4 Jahren.
Beauftragte für Euregio-Fragen ist Pfarrerin Bärbel Büssow.

Pfarrerin Bärbel Büssow

Brabantstraße 52
52070 Aachen

Tel.: 0241 / 40029116

E-Mail: baerbel.buessow@ekir.de