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Newsletter Evangelischer Kirchenkreis Aachen: 39. Ausgabe - März 2017


Liebe Leserinnen und Leser,

Es war ein bewegender Moment ökumenischer Gemeinschaft im Aachener Dom im gemeinsamen Gottesdienst zu Beginn dieses besonderen Reformationsjubiläumsjahres 2017. Vier Superintendenten, der katholische und der orthodoxe Bischof und weitere Vertreter der christlichen Konfessionen beteten für die Einheit der Christen. Der Aachener Dom ist für mich durch die vielen erfüllten ökumenischen Gottesdienste, die spürbare Kraft des gemeinsamen Gebetes und durch manche starke evangelische, nämlich evangeliumsgemäße Predigt, die ich auch von katholischen und orthodoxen Predigern hier hören durfte, zu einem wahrhaft ökumenischen Ort geworden.

Wir beten gemeinsam um die Einheit der Christen, und wir tun das nicht für uns, sondern für die Welt, für die Menschen, die unser gemeinsames Zeugnis von der Liebe Gottes brauchen. Wir gehen bewusst gemeinsam und ökumenisch in dieses Reformationsjubiläumsjahr 2017, und dies in der Erwartung, dass Gott ja auch heute mit uns noch einiges vorhat: an Bewegung, Veränderung und Reformation. Und die fängt bei uns an. Wenn Papst Franziskus im Blick auf die Reformen in der katholischen Kirche sagt: „Ängste schließen Türen. Die Freiheit öffnet sie. Und wenn die Freiheit klein ist, öffnet sie immerhin ein Fensterchen.“, dann sind wir als „Kirche der Freiheit“ gefragt, wieviel Freiheit wir Gottes gutem Geist heute zutrauen.

Dabei haben wir ein Ziel vor Augen, das uns als der einen Kirche in den Konfessionen von Christus her vorgegeben ist.

In Christi Namen sind wir als Christen schon eins. Ein hoch aktuelles Bekenntnis in unserer Zeit, in der die Menschen gegeneinander aufgebracht werden, in denen Misstrauen und Egoismus gesät, Nationalismus und Ressentiments geschürt werden und die Angst der Menschen von populistischen Rattenfängern missbraucht wird für ihre Ziele. Es gilt diesen Ungeistern in der Haltung des Glaubens entgegenzutreten. Leben aus dem Glauben – darum ging es Martin Luther. Und so erinnere ich an zwei bekannte Sätze von Martin Luther, die er aus der Heiligen Schrift gewonnen hat.

In seiner Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ (1520) formuliert Luther:

„Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Ding und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Ding und jedermann untertan.“

Frei bin ich noch nicht, wenn ich benennen kann, wovon ich frei bin, frei werde ich erst, wenn ich weiß wozu, zu welchem Ziel ich frei bin. Und so handelt der erste Satz von der Freiheit im Glauben und der zweite Satz von der Freiheit zur Liebe. Luther schreibt dazu:

 

"Diese zwei Thesen stehen klar bei dem heiligen Paulus 1.Kor 9,19: "Ich bin frei in allen Dingen und habe mich doch jedermann zum Knecht gemacht" ebenso Röm 13, 8: " Ihr sollt niemandem in etwas verpflichtet sein, außer daß ihr euch untereinander liebt."

 

Die Liebe aber ist dem dienstbar und verpflichtet, was sie liebhat. Im Glauben lebe ich als Christ meine innere Freiheit, in der Gott mich freispricht, mich gelten lässt ohne auf meine Erfolge oder Misserfolge zu sehen, in der er mich als sein Kind annimmt. In der Liebe lebe ich als Christ diese Freiheit nach außen, bin ich frei von aller Selbstsorge zum Dienst am Nächsten. Wir haben den Glauben immer mehr in die Privatsphäre gedrängt in der Meinung, der Glaube sei eine innere, private Einstellung, die eigentlich keinen Dritten was angeht. Das hat wenig mit evangelischer Freiheit zu tun und viel mit Bequemlichkeit und unserem heutigen individuellen Lebensstil. Luther sagt da ganz nüchtern: diese Freiheit im Glauben, die muss sich bewähren in meinem konkreten Verhalten, daran, wie ich mit mir und anderen umgehe. Glaube ohne Bezug zu meinem Alltag ist kein Glaube und erübrigt sich.

 

Und umgekehrt: Leben aus dem Glauben heißt Leben aus dem Freispruch: wenn ich mich nicht mehr vom Glauben bestimmen lassen in meinem Alltag, dann lasse ich mich garantiert von anderen Mächten und Gewalten, Zwängen und Abhängigkeiten bestimmen.

 

Diese Liebe zum Nächsten macht erfinderisch. Kein anderer kann Dir sagen, an welcher Stelle und in welcher Situation Gott Dich in Deinem Alltag als Zeugen seiner Liebe gebrauchen will: als einen der Mut macht, wo jemand den Kopf hängen lässt, als einen, der Vertrauen schenkt, wo Missgunst und Konkurrenzkampf herrschen, als jemand der den Mund auftut, wenn er menschenverachtende Parolen hört.

 

Gott befreit mich von all dem, was mich persönlich hindert an solchem mutigen und fröhlichen Glauben und Lieben; Gott beschenkt mich, so dass mir nichts fehlt. Er füllt mir ein Leben lang die Hände zu aller Arbeit in Kirche und Gesellschaft, zu allem Umgang mit anderen Menschen, zu aller Liebe und Freundlichkeit und Wärme, auch zu politischer Klugheit und Wahrhaftigkeit.

 

Ein letztes Mal Luther:

„Aus dem allen ergibt sich der Schluß: ein Christ lebt nicht für sich selber, sondern in Christus und für seinen Nächsten; in Christus durch den Glauben, für den Nächsten durch die Liebe. und bleibt doch immer in Gott und in der göttlichen Liebe, ebenso wie Christus Johannes 1,51 sagt: Ihr werdet noch den Himmel offenstehen sehen und die Engel auf und absteigen über dem Menschensohn. Siehe, das ist die rechte, geistliche, christliche Freiheit, die das Herz frei macht von allen Sünden, Gesetzen und Geboten, die alle andere Freiheit übertrifft, wie der Himmel die Erde. Das gebe uns Gott recht zu verstehen und zu behalten."

 

Ich wünsche uns in diesem besonderen Jahr 2017 viele befreiende und einander verbindende Erfahrungen mit der Freiheit, die Christus uns schenkt.

 

Hans-Peter Bruckhoff

Superintendent

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