Das neue Referat "Sexuelle Bildung"
„Liebe, Lust und Verantwortung gehören zusammen – auch aus christlicher Sicht.“
(Margot Käßmann, deutsche evangelische Theologin und Pfarrerin, ehemalige Ratsvorsitzende der EKD, Autorin und bekannte öffentliche Stimme zu ethischen und gesellschaftlichen Fragen)
Aus evangelischer Sicht gehört Sexualität wesentlich zum Menschsein und biblische Texte sprechen davon in unterschiedlicher Weise – sie zeigen sowohl die Kraft, Beziehungen zu stiften und Freude zu schenken, als auch die Verantwortung, die mit ihr verbunden ist. In der evangelischen Kirche ist der Umgang mit diesem Thema seit jeher von Spannungen geprägt und muss im Dialog mit Glauben und Gesellschaft immer wieder neu bedacht werden. Der Kirchenkreis Aachen möchte hierzu Orientierung geben und Räume schaffen, in denen Menschen sich sicher, geachtet und angenommen wissen.
Anfang 2023 ist im Kirchenkreis Aachen mit der Schaffung und Besetzung einer Projektstelle das Referat Sexuelle Bildung neu entstanden.
Bereits mit der Verabschiedung des Rahmenschutzkonzeptes zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im Kirchenkreis Aachen im Jahr 2021 ist ein fundamentaler Schritt zur Prävention von sexualisierter Gewalt getan worden. Das neue Referat beschäftigt sich neben der Prävention von sexualisierter Gewalt auch mit allen anderen Bereichen von Sexualität. Hintergrund hierfür ist, dass der Kirchenkreis Aachen sein Rahmenschutzkonzept stetig fortschreiben und um Leitlinien zur sexuellen Bildung erweitern wird.
Leitlinien der sexuellen Bildung sollen die Haltung des Kirchenkreises als Einrichtung für eine ganzheitliche Prävention sexualisierter Gewalt widerspiegeln. Die Leitlinien sollen Sicherheit und Transparenz im Umgang mit Sexualität auf allen Ebenen ermöglichen. Schutzbefohlene und Gemeindeglieder sollen in ihrer sexuellen Entwicklung unterstützt und geschützt werden. Mitarbeitende sollen in ihrer Sprach- und Handlungsfähigkeit gestärkt werden.
Das ist wichtig, denn ohne einen auch positiven und bejahenden Zugang zu Sexualität kann die Prävention sexualisierter Gewalt nicht gelingen.
Das Fehlen einer qualifizierten Sexualpädagogik gilt längst als ein Risikofaktor für sexualisierte Gewalt. Denn dort, wo Sexualität immer nur leise, still und heimlich; verborgen und verboten oder aber unanständig und unangemessen bleibt, kann ein Nährboden für sexualisierte Gewalt und Diskriminierung entstehen. Eine ganzheitliche Prävention kommt ohne sexuelle Bildung nicht aus, so wie ein Rahmenschutzkonzept nicht ohne ein Konzept sexueller Bildung auskommen sollte.
Das Referat bietet Beratung, Unterstützung, Angebote, Fortbildungen und Konzeptentwicklung rund um das Thema sexuelle Bildung und Prävention.
Wenn Sie Interesse, Fragen oder Anregungen haben, wenden sie sich bitte an:
