Partnerschaft in der Euregio

In der Nachfolge der Euregio-Pfarrstelle setzt sich die Synodalbeauftragte für Euregio-Fragen dafür ein, die Kontakte zu den Nachbargemeinden in Belgien und den Niederlanden zu halten und auszubauen. Unterstützt wird sie dabei von einem Arbeitskreis aus Gemeindeältesten und Pfarrern und Pfarrerinnen, die im Bereich der Euregio tätig sind. Etwa alle zwei Jahre findet ein "Dreiländertag" statt, ein kleiner Kirchentag, der Gemeindegliedern aus dem Dreiländereck Gelegenheit gibt, miteinander über Grenzen hinweg Gottesdienst zu feiern und sich kennenzulernen.

Auf dieser Seite werden die entsprechenden Treffen vorangekündigt und anschließend von den Ergebnissen berichtet, ergänzt um relevante Artikel rund um den euregionalen Austausch von protestantischen Christen und grenzübergreifende Veranstaltungen von Interesse.

 

Euregionale Ökumenische Konferenz 2022: "Mäßigung? Ein Weg zu mehr Gerechtigkeit und Zufriedenheit?"

Eintägige Konferenz am Freitag, den 30. September

Gelegenheit zum Austausch und gemeinsamen Lernen bieten die jährlich stattfindenden "Euregionalen Ökumenischen Konferenzen". Das sind Studientage, die offen sind für alle und sich mit einem spirituellen oder diakonischen Thema beschäftigen, das grenzüberschreitend von Interesse ist. 
Die Konferenz 2022 findet statt am Freitag, 30. September, von 9.30 bis 15.30 Uhr im Kolpinghaus, Bergstr. 124, B-4700 Eupen.

Das  Thema lautet: "Mäßigung? Ein Weg zu mehr Gerechtigkeit und Zufriedenheit?".

Mäßigung wird von den einen als „Spaßbremse“ wahrgenommen, andere preisen sie als ein Rezept für ein glücklicheres Leben. In den Konsumgesellschaften wächst die Erkenntnis, dass wir uns beschränken müssen, um die Lebensgrundlagen für alle Geschöpfe gerechter zu verteilen und zu erhalten. Trotzdem strebt der Mensch nach immer mehr, obwohl die verheerenden Folgen seiner Maßlosigkeit immer deutlicher zu Tage treten.
Die Menschen leiden unter dieser Entwicklung und suchen seit Jahrtausenden in Philosophie und Religion nach Antworten, wie ein zufriedeneres und gelingendes Leben durch Mäßigung erreicht werden könnte. Ein Leben in Harmonie mit sich selbst, mit anderen Menschen und allen Mitgeschöpfen ist das Ziel. Denn wir leben in einem ungeheuren Widerspruch: Der Mensch hat sich zum Maß aller Dinge gemacht und zerstört damit die Schöpfung und sich selbst. Wie können wir in Einklang mit den natürlichen Lebensgrundlagen kommen? Welche Rolle spielen Erziehung und Bildung? Was bietet die christliche Religion in Bezug auf Mäßigung und Bewahrung der Schöpfung? Kann der Mensch überhaupt anders handeln und bescheidener werden?

Der Kostenbeitrag inklusive Mittagessen und Getränken beträgt 25 €, für Studentinnen und Studenten 10 €.
Eine Anmeldung bis zum 23. September ist notwendig.

Das detaillierte Programm mit ausführlichen Informationen zur Anmeldemöglichkeit.

(Bärbel Büssow, Synodalbeauftragte Euregio-Arbeit)

„Welche Farbe hat Dein Jesus?“

Bericht von der Tagung des Belgisch-Deutschen Konvents 2022 vom 24. bis 27. August in Neudietendorf

Der Belgisch-Deutsche Konvent tagte vom 24. bis 27. August 2022 in der Tagungs- und  Begegnungsstätte Zinzendorfhaus in Neudietendorf, in der Nähe von Erfurt. Das Thema in diesem Jahr lautete: „Welche Farbe hat Dein Jesus?“ – Kirche und Rassismus. Zum Tagungsbericht von Pfarrerin Bärbel Büssow.

Klimawandel – Klimakrise: Theologisch verantwortete Rede von der Erhaltung der Schöpfung

Der Belgisch-Deutsche-Konvent tagte vom 25. bis 29. August 2021 in der Evangelischen Landjugendakademie Altenkirchen

Testpflicht für alle bei der Anreise und Maskenpflicht im ganzen Tagungshaus - außer an den Sitzplätzen - taten der Wiedersehensfreude keinen Abbruch. Nachdem der Konvent im vergangenen Jahr pandemiebedingt nicht stattfinden konnte, waren die 32 Teilnehmenden aus Belgien und Deutschland froh und dankbar, dass eine Begegnung in der Ev. Landakademie Altenkirchen dieses Jahr überhaupt wieder möglich war.
Den ganzen Beitrag finden Sie HIER.

"Das war eine gelungene Premiere"

Ersatz für den Dreiländertag: Evangelische Christen zum Online-Abendgebet zusammen

Aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland kamen evangelische Christen und Christinnen zu einem Abendgebet am Bildschirm zusammen. Pandemiebedingt hatte der Dreiländertag in Vaals abgesagt werden müssen. Der Euregio-Arbeitskreis hatte daher das Online-Abendgebet als Alternative überlegt. Pfarrer Harrie de Reus aus Vaals hatte zur Vesper zum Thema „Wenn du den Sabbat ‚Lust‘ nennst“ – ein Zitat aus Jesaja 58,13 – eingeladen.
Die Mitglieder aus dem Arbeitskreis beteiligten sich mit Gebeten und Texten. Poetische Klänge und Lieder und vor allem die Meditation des niederländischen Pfarrers beschrieben den Sabbat als siebten Tag und damit als Krone der Schöpfung: ein Tag des Friedens und der Gastfreundschaft, eine Oase zum Innehalten. Als Teil der Schöpfung erinnert der Sabbat an den ursprünglichen Zweck des Lebens: an Freiheit und Glück, Gerechtigkeit und Brot, Würde für alle. Die Gesamtheit des Gartens Edens, die ganze Schöpfung ist dabei im Blick. Und die Sabbatruhe ist das erste, was dem Menschen zu tun aufgegeben wird.

Innehalten und neu orientieren

Das kann uns heute Kraft und Hoffnung geben: Die Corona-Pandemie ist sehr belastend, aber sie ist zugleich auch eine Zeit, in der wir innehalten und uns neu orientieren. Wenn wir diese Zeit mit dem Sinn der Sabbatruhe verbinden, dann sind wir auf dem Weg der Veränderung hin zu einer besseren, gerechteren Gesellschaft. Wir hoffen, dass die Sabbatzeit unserer verwundeten Erde Friede bringt, wie Rose Ausländer es in ihren Gedichten zum Sabbat beschreibet: „Heute ist die Haut der Erde zart“ und „Der Klang schmeckt wie Burgunder.“

Bei der anschließenden Begegnung mit einem Glas Wein gab es einen Austausch zur Situation in den jeweiligen Ländern. „Das war eine gelungene Premiere“, sagte einer der Mitfeiernden.

(Bärbel Büssow, Beauftragte für die Euregio-Arbeit im Kirchenkreis Aachen)

Euregionale Ökumenische Konferenz 2021

Gelegenheit zum Austausch und gemeinsamen Lernen bieten die jährlich stattfindenden "Euregionalen Ökumenischen Konferenzen". Das sind Studientage, die offen sind für alle und sich mit einem spirituellen oder diakonischen Thema beschäftigen, das grenzüberschreitend von Interesse ist. In diesem Jahr fand diese zum ersten Mal in digitaler Form per Zoom statt. Das Thema lautete „Einsamkeit“ - Darüber spricht man doch nicht, oder?.

Eine euregionale ökumenische Konferenz und dann noch mit dem Thema „Einsamkeit“ - geht das denn überhaupt online? Ja es geht!  Am Freitag, 19. März , nahmen 73 Menschen aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland digital per Zoom an der Konferenz teil. Die beiden Hauptvorträge ergänzten sich hervorragend: Prof. Dr. Andreas Wittrahm (Leiter Sozialpolitik, Caritasverband Bistum Aachen) referierte über die Einsamkeit, die für Menschen belastbar ist, weil sie sich selbst ausgeschlossen fühlen oder weil sie psychologisch eine mangelnde Bindungsfähigkeit haben.

Er verdeutlichte, welche Auswirkungen eine unsichere Bindung für die Betroffenen bedeutet. Wer in der Kindheit die Erfahrung macht, entwertet zu werden oder ausgeschlossen zu sein, ist weniger in der Lage Beziehungen zu knüpfen.  Das Gefühl, dass die Welt einen nicht (mehr) gebrauchen kann, dass der Lebensentwurf als gescheitert empfunden wird, kann zum Beispiel bei einem erwachsenen arbeitslosen Menschen zu einer „erbärmlichen Einsamkeit“ führen, bei der Scham und mangelnder sozialer Austausch miteinander gepaart gehen. Einsamkeit als Schicksal verlangt Widerstand gegen die Schicksalsfaktoren, also z.B. gegen die Arbeitslosigkeit. Einsamkeit als biografische Bürde ruft nach dem Gestalten einer ökologischen Nische. Prof. Wittrahm zitierte dazu ein Gedicht:

Treten Sie ein, legen Sie Ihre 
Traurigkeit ab, hier
dürfen Sie schweigen

(Reiner Kunze, Einladung zu einer Tasse Jasmintee (1967); in: Brief mit blauem Siegel, Leipzig 1974, 29)

Einsamkeit gibt es in jedem Lebensabschnitt

Die Beispiele, die Prof. Wittrahm anführte - sich einsam in einer Partnerschaft fühlen, Einsamkeit nach Verlusterfahrungen, Einsamkeit im Sterben – verdeutlichten, dass es in jedem Lebensabschnitt Einsamkeitserfahrungen gibt. Sein Fazit am Ende lautete kurz und bündig: „Einsam bin ich, mache ich mich, werde ich gemacht.“ Um der ungewollten Einsamkeit wenigsten zeitweise zu entkommen, braucht es eine Einladung zur Teilhabe - mit Interesse, Mut, Akzeptanz und Bescheidenheit, denn es gelingt nur, „wenn die Betroffenen sich ihrerseits auf Beziehungsangebote einlassen können und wollen“.

Pfarrer Hans Kling (Krankenhausseelsorge, Universitätsklinik Maastricht) knüpfte in seinem Vortag „Einsamkeit im Krankenhaus“ dran an und beschrieb, wie Brüche im Leben das eigene Weltbild und damit auch die Lebensziele, die ein Mensch hatte, verändern oder sogar zum Einsturz bringen können. Die Welt, die vorher als gut und sinnvoll empfunden wurde, erscheint plötzlich nicht mehr verlässlich. Der Mensch, der seine Aufgaben hatte, fühlt sich als Last und fragt nach dem Sinn. Wie kann es gelingen weiterzuleben und die gemachte Erfahrung in das Weiterleben zu integrieren? Was gibt Sinn in dem Geschehen? Eindrucksvoll berichtete ein Patient B.K. von seiner schweren Coronaerkrankung im Frühjahr 2020. Aus einem aktiven Leben war er von einem auf den anderen Tag herausgerissen worden. Eindrucksvoll schilderte er seine Erfahrungen auf der Intensivstation und im sozialen Umfeld und wie sehr es ihm geholfen hat, die geduldige und immer wieder nachfragende Zuwendung von Pflegekräften zu erfahren.

Bedeutung von Tieren für einsame Menschen

Sein Leben hat sich verändert, er kann nicht mehr an die bisherigen Aktivitäten anknüpfen, hat aber neue Aufgaben und Zukunftsperspektiven gefunden. Sein sehr bewegendes Beispiel zeigte, wie wichtig es ist, dass Menschen in der Krise menschlich und würdevoll behandelt werden und die Gelegenheit haben, zu Wort zu kommen und ihre Geschichte zu erzählen. Das hilft, eine Krise zu bewältigen und sich an eine neue Situation anpassen zu können. In vier Arbeitsgruppen gaben kompetente Referent*innen weiterführende Impulse zum Thema „Einsamkeit in der Altenhilfe zu Coronazeiten“ oder zur „Aktuellen Situation in den Niederlanden“. Ebenso erweiterte die Sicht auf die selbstgewählte Einsamkeit in Form von Exerzitien oder auf den therapeutischen Einsatz und die Bedeutung von Tieren für einsame Menschen die Perspektive auf ein noch längst nicht erschöpfend behandeltes, aktuelles und wichtig bleibendes Thema.

Positive Resonanz trotz Distanz

Auch wenn die zwischenmenschlichen Begegnungen bei einer Tasse Kaffee und beim Mittagessen fehlten und die direkten mehrsprachigen Gespräche in den Workshops sehr eingeschränkt waren, gab es am Ende viel positive Resonanz auf die erste Online-Euregiokonferenz. Ein großer Dank gilt den Mitarbeiterinnen der Caritas vom Bistum Aachen, insbesondere Anna Kohlway im Vorbereitungsteam, die für eine angenehme Moderation und einen reibungslosen Verlauf sorgten. Nun hoffen wir alle, dass wir im kommenden Jahr einander grenzübergreifend wieder näherkommen und an einem Ort zusammen tagen können.

Forderungen der Ökumenischen Plattform in der Euregio Maas-Rhein (B/D/NL) zur Asyl-und Flüchtlingspolitik

Bereits im Frühjahr 2014 hat die Ökumenische Plattform in der Euregion Maas-Rhein (B/D/NL) eine dreisprachige Resolution zur Asyl-und Flüchtlingspolitik veröffentlicht: Die Flüchtlingsresolution von 2014 als Download.

Im Jahr 2016 wurde dieser Appell verstärkt: Appell der Euregionalen Flüchtlingsplattform von 2016.

Beitragsarchiv

Berichte über frühere Konferenzen, Gedankenaustausch und andere Veranstaltungen der evangelischen Kirchengemeinden in der Euregio Maas-Rhein finden Sie im Meldungsarchiv der Euregio-Seite.