07.08.2017

Malen wie Michelangelo

Gemeinsam mit Irmgard Schieck (Leiterin des Familienzentrums Elsassstraße, ganz links) Barbara Jahn (2. v. l.), Jan Borggreven 3. v. l.), Daria Jägers (3. v. r.) und Monica Maas (2. V. r.) begaben sich die Kinder zwei Tage auf die Spuren großer Künstler.
Gemeinsam mit Irmgard Schieck (Leiterin des Familienzentrums Elsassstraße, ganz links) Barbara Jahn (2. v. l.), Jan Borggreven 3. v. l.), Daria Jägers (3. v. r.) und Monica Maas (2. V. r.) begaben sich die Kinder zwei Tage auf die Spuren großer Künstler.

Im Bundesprojekt "Kultur macht stark" probieren Aachener Kinder aus, wie es ist, selbst Kunst zu machen - Familienbildungsstätte macht die Aktion möglich - Jetzt für weitere Termine anmelden

Der Seerosenteich von Claude Monet, die prachtvollen Fresken Michelangelos in der Sixtinischen Kapelle in Rom, die Skulpturen des Schweizer Bildhauers Alberto Giacometti oder die Action-painting-Gemälde des US-amerikanischen Malers Jackson Pollock: all das gilt als Kunst. Doch wie empfinden Kinder das? Was ist überhaupt Kunst und wie fühlt es sich an, Kunst zu machen? Zwei Tage lang konnten 17 Kinder zwischen fünf und zehn Jahren das herausfinden. Angeleitet von der Aachener Lerntherapeutin Monica Maas haben sich die Kinder ganz genau mit dem Leben und Werk der Künstler beschäftigt. Zu Beginn klärten sie aber die Frage, was Kunst eigentlich ist.  „Gerade die jüngeren Kinder hatten sehr konkrete Vorstellungen“, berichtet Monica Maas. „Man muss schon gut sehen, dass da eine Blume dargestellt ist.“ Michelangelo und Monet schnitten in der ersten Betrachtung demnach schon einmal gut ab. „Das war für die Kinder richtige Kunst. Jackson Pollock hingegen war für die meisten Krickelkrackel“, erzählt Maas schmunzelnd.

Anstrengend ist das Malen auf dem Rücken. So hat Michelangelo die Decke der Sixtinischen Kapelle in Rom ausgemalt.
Anstrengend ist das Malen auf dem Rücken. So hat Michelangelo die Decke der Sixtinischen Kapelle in Rom ausgemalt.

Ausprobieren und Erfahren stehen im Vordergrund

Beim Workshop ging es weniger darum, malen und zeichnen zu lernen. Das Ausprobieren und Erfahren stand im Vordergrund. Durchgeführt wurde das Projekt im Rahmen des Programms „Kultur macht stark“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung der Bundesrepublik Deutschland. Das Programm soll vor allem bildungsbenachteiligten Kindern und Jugendlichen ermöglichen, über Kunst, Musik, Theater, Tanz und Literatur ihre eigenen Fähigkeiten zu erkennen und weiterzuentwickeln. Das funktioniert über Bildungsbündnisse, bei denen sich mehrere zivilgesellschaftliche Einrichtungen zusammenschließen und sich außerschulisch für die kulturelle Bildung engagieren. Gefördert wird das Programm außerdem von der Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke in der Bundesrepublik Deutschland e.V. Doch beim Anschauen der Bilder und Skulpturen alleine blieb es nicht, die Kinder sollten selbst ausprobieren, was es bedeutet, Kunst zu machen. Dabei erfuhren sie, dass Michelangelo die Deckenfresken oft in nach hinten gebückter Haltung oder im Liegen gemalt hat. Also legten sich auch die Kinder auf den Rücken und malten. „Anstrengend“ haben das viele gefunden.

Nach der Vorlage von Claude Monets Seerosenteich malten und klebten die Kinder eigene Seerosen-Gemälde.
Nach der Vorlage von Claude Monets Seerosenteich malten und klebten die Kinder eigene Seerosen-Gemälde.

Begegnungsfest zum Abschluss

Bei dem Kunstworkshop kooperierten das Familienzentrum Elsassstraße mit der evangelischen Familienbildungsstätte Martin-Luther-Haus und die Grundschule Düppelstraße miteinander. Barbara Jahn, stellvertretende Leiterin der Familienbildungsstätte, beeindruckte vor allem das Miteinander der Kinder, die ganz verschiedene kulturelle Hintergründe mitbrachten. „Das war eine ganz besondere Atmosphäre, das hat auch uns Erwachsene mitgerissen.“ Außerdem waren Studierende der Didaktik der Gesellschaftswissenschaften an der RWTH Aachen mit im Boot. Jan Borggreven und Daria Jägers leiteten die Kinder im Umgang mit Kamera und Tontechnik an. So hat eine Gruppe in Bild und Ton dokumentiert, was die andere Gruppe gemalt hat. Der Film, der dabei entstanden ist, wurde zum Abschluss bei einem Begegnungsfest im Familienzentrum Elsassstraße den Eltern und Angehörigen präsentiert.

„Die Kinder hatten gar keine Berührungsängste im Umgang mit der Technik und sind das sehr aktiv angegangen“, schildert der 21-jährige Jan Borggreven seine Eindrücke. Nach den Sommerferien soll es im Familienzentrum Elsassstraße kreativ weitergehen. Ab dem 2. September gibt es dann für Fünf- bis Achtjährige eine Experimentierwerkstatt. Außerdem läuft der Kunst-Workshop in der evangelischen Kita in der Wichernstraße. „Wir möchten die Kinder zum Nachdenken anregen. Sie sollen herausfinden, was sie umsetzen möchten und wie sie dahinkommen. Auch im späteren Leben sind sie gefragt, kreative Lösungen für Probleme zu finden. Darum sind Kunst und Kultur in der Bildung so wichtig“, betont Monica Maas. 

Info zu Anmeldungen für September:

Die Tüftel- und Experimentierwerkstatt für Kinder von fünf bis acht Jahren findet im Familienzentrum Elsasssstraße, Elsassstraße 64, an vier Terminen, jeweils samstags von 13 bis 15.30 Uhr statt. Start ist der 2. September. Anmeldungen bei der Ev. Familienbildungsstätte, Tel. 02 41 / 5 15 29 49 oder info@zentrum-fuer-familien-aachen.de

(Text und Bilder: Kathrin Albrecht)

 

 

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Hebräer 11,27